Das Ensemble Porcia eröffnet seine 65. Spielzeit in Kärnten mit einer Reihe von Komödien, die sich heuer um Wahrnehmung, Täuschung und Wirklichkeit drehen. Den Auftakt macht das Stück Doppelt gemoppelt, in dem Felix Krasser als Josef die eigene Wahrnehmung immer wieder infrage stellen muss.
Das 1961 von Herbert Wochinz gegründete Ensemble, damals noch als Komödienspiele Porcia bekannt, gehört seit Jahrzehnten zur Kärntner Theaterlandschaft. Auch in diesem Sommer setzt die Truppe auf ein klassisches Erfolgsrezept: leichte Form, klare Figuren, aber ein Thema mit aktuellem Bezug. Unter dem Leitgedanken, dass jeder Mensch in seiner eigenen Wirklichkeit lebt, werden fünf bekannte Komödien neu gelesen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur Bühnenunterhaltung, sondern auch ein Spiel mit den Erwartungen des Publikums. Die Produktionen holen Stoffe aus unterschiedlichen Ecken der Pop- und Theaterkultur auf die Bühne – von Märchenmotiven der Gebrüder Grimm bis zu einem Kinohit mit Til Schweiger als Ausgangspunkt. Damit spannt Porcia den Bogen zwischen vertrauten Erzählungen und der Frage, wie verlässlich Wahrnehmung überhaupt ist.
Gerade in einer Jubiläumssaison ist diese thematische Klammer mehr als bloße Revue. Das Ensemble nutzt die Sommerkomödien, um bekannte Geschichten auf ihren Wahrheitsgehalt zu befragen, ohne den heiteren Ton zu verlassen. Für das Publikum bedeutet das: klassische Unterhaltung mit einem gedanklichen Haken, der über den Theaterabend hinausreicht.
Porcia hält damit an seiner Tradition fest, jeden Sommer Komödien zu zeigen, und verbindet sie mit einem klaren thematischen Zugriff. Die 65. Spielzeit startet mit Doppelt gemoppelt und führt danach durch weitere Stücke, in denen Wirklichkeit nicht einfach abgebildet, sondern in Frage gestellt wird.









