Österreichs Schulen sollen auf Hitzewellen künftig mit abgestuften Maßnahmen reagieren können. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) kündigte am Mittwoch an, dass sich der Umgang mit Hitze an den Hitzewarnstufen orientieren soll. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen im Juni bezeichnete er als „Weckruf“.
Geplant ist damit ein einheitlicher Rahmen für Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulträger, der je nach Belastung durch Hitze unterschiedliche Schritte ermöglicht. Dazu zählen etwa organisatorische Anpassungen im Unterricht, zusätzliche Schutzmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler sowie Vorgaben für besonders heiße Tage. Der Minister will damit verhindern, dass jede Schule allein und ohne klare Orientierung auf extreme Temperaturen reagieren muss.
Hintergrund ist die zunehmende Häufung von Hitzetagen auch in Österreich. Der Juni brachte Rekordwerte, die den Druck auf das Bildungssystem erhöhten. Besonders betroffen sind Schulen ohne ausreichende Beschattung, ohne klimatisierte Räume und mit Gebäuden, die für längere Hitzeperioden nicht ausgelegt sind.
In der Politik dürfte das Thema noch breiter werden, weil Hitze nicht nur ein Gesundheits-, sondern auch ein Infrastrukturthema ist. Für den Schulalltag geht es dabei um konzentriertes Lernen, den Schutz vor Kreislaufproblemen und die Frage, wie Unterricht in dicht bebauten Städten oder in schlecht ausgestatteten Altgebäuden organisiert werden kann. Ein Modell mit klaren Warnstufen könnte den Schulen mehr Verlässlichkeit geben als kurzfristige Einzelentscheidungen.
Welche konkreten Maßnahmen bei welcher Hitzewarnstufe gelten sollen, muss nun im nächsten Schritt ausgearbeitet werden. Für die Schulen steht damit jedenfalls die Aussicht auf verbindlichere Regeln für den Umgang mit heißen Sommertagen im Raum.









