Christopher Nolans neuer Film Die Odyssee hat bei seiner Londoner Premiere viel Beifall ausgelöst und zugleich online heftige Diskussionen entfacht. Das Epos mit internationaler Starbesetzung startet kommende Woche, am 16. Juli, weltweit in den Kinos. Besonders groß ist das Interesse an der Produktion auch deshalb, weil Nolan erneut auf 70mm-Imax-Analogfilm gesetzt hat.
Der Regisseur, der 2024 mit Oppenheimer bei den Oscars triumphierte, bleibt damit seiner Vorliebe für technische Präzision und monumentale Bilder treu. Das Format ist in Europa nur in wenigen Sälen zu sehen; als nächster Ort mit entsprechender Vorführmöglichkeit wird Prag genannt. Schon das macht den Film für ein spezielles Kinopublikum zu einem Ereignis, das weit über einen üblichen Blockbuster hinausgeht.
In den sozialen Netzwerken und Filmforen richtet sich die Debatte vor allem auf zwei Fragen: Ob Nolan Homers Stoff als großes Gegenwartskino neu lesbar macht – und ob die aufwendige Inszenierung dem Mythos gerecht wird. Während online einzelne Stimmen kritisch oder spöttisch reagieren, sprechen die ersten internationalen Reaktionen auf die Premiere und die Vorverkaufszahlen bislang für großes Interesse an dem Film.
Auch die Besetzung trägt zur Aufmerksamkeit bei. Lupita Nyong’o war bei der Premiere in London zu sehen; sie übernimmt in Die Odyssee eine Doppelrolle als Helena von Troja und deren Halbschwester Klytaimnestra. Damit setzt Nolan erneut auf prominente Darstellerinnen und Darsteller, die einen klassischen Stoff mit moderner Starpräsenz verbinden.
Dass ein Film schon vor dem offiziellen Kinostart derart polarisiert, passt zu Nolans Status als einer der einflussreichsten Regisseure der Gegenwart. Seine Arbeiten sind regelmäßig nicht nur kulturpolitische und cineastische Ereignisse, sondern auch Testfälle für die Frage, wie viel Raum große, analoge Kinobilder im Zeitalter digitaler Schnelllebigkeit noch haben.









