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Invasive Arten setzen der Donau in Wien zu

Redaktionelle Szene zum Thema „Invasive Arten setzen der Donau in Wien zu“

In der Wiener Donau breiten sich invasive Tierarten immer weiter aus. Besonders häufig sind laut Fachleuten Schwarzmundgrundel, Signalkrebs und Sonnenbarsch. Sie verdrängen heimische Arten, verändern die Nahrungsketten und können sogar Krankheiten einschleppen, die für einheimische Flusskrebse tödlich sind.

Der Signalkrebs stammt aus Nordamerika und wurde einst in Europa angesiedelt, um die Krebsfischerei zu stärken. Heute gilt er als Problemart: Er ist selbst resistent gegen die Krebspest, kann den Erreger aber weitergeben. Für heimische Flusskrebse endet eine Ansteckung meist tödlich. Der Hydrobiologe Thomas Friedrich von der BOKU verweist darauf, dass die Krankheit bei einheimischen Arten „zu fast 100 Prozent“ zum Tod führt.

Grundeln und Sonnenbarsch profitieren von den Verhältnissen in der Donau

Auch die Schwarzmundgrundel hat sich in der Donau stark etabliert. Sie gelangte demnach mit dem Ballastwasser von Schiffen aus dem Schwarzen Meer in die heimischen Gewässer und zählt dort inzwischen zu den häufigsten Fischen. Besonders günstig sind für sie die verbauten Uferstrukturen: In Höhlen laichende Grundeln finden dort geschützte Brutplätze, während Räuber schwerer an sie herankommen.

Problematisch ist zudem, dass Grundeln die Larven anderer Tiere fressen, etwa von Libellen, aber auch den Nachwuchs heimischer Fische. Für eine Eindämmung wäre aus Sicht von Fachleuten eine Renaturierung der Ufer sinnvoller als die weitere Verbauung mit Blocksteinen. Solche Maßnahmen könnten den Lebensraum für invasive Arten weniger attraktiv machen und einheimischen Arten bessere Chancen geben.

Der Sonnenbarsch, ebenfalls aus Nordamerika stammend, wurde ursprünglich als Aquarienfisch gehalten und später ausgesetzt. Er überträgt zwar keine tödlichen Krankheiten, frisst aber Jungtiere heimischer Arten und verdrängt sie dadurch aus ihren Lebensräumen. Gerade bei unbedacht ausgesetzten Arten sei das Ausmaß der Folgen kaum vorhersehbar, so die Einschätzung aus der Gewässerforschung.

Fachleute fordern Eindämmung statt weiterer Verbreitung

Für alle nicht heimischen Arten gelte, ihre Ausbreitung möglichst zu verhindern, sagt Friedrich. Dazu gehöre auch, dass invasive Tiere nicht verkauft oder lebend transportiert werden sollten. Beim Signalkrebs verweist der Forscher zugleich auf einen pragmatischen Umgang: Wo die Tiere in großer Zahl vorkommen, könnten sie genutzt werden. Voraussetzung dafür sei allerdings eine entsprechende Fanglizenz.

Die Entwicklung in der Donau zeigt damit ein grundsätzliches Problem vieler europäischer Flüsse: Eingeschleppte oder ausgesetzte Arten profitieren oft von veränderten Uferzonen, Schifffahrt und fehlenden natürlichen Feinden. Für die heimische Flussfauna bedeutet das zusätzlichen Druck – und für den Gewässerschutz die Aufgabe, Lebensräume wieder so zu gestalten, dass sich invasive Arten weniger leicht ausbreiten können.

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