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Vom Straßengang-Mitglied zum Jugendcoach: Mashood Khan über Gewalt, Haft und zweite Chancen

Redaktionelle Szene zum Thema „Vom Straßengang-Mitglied zum Jugendcoach: Mashood Khan über Gewalt, Haft und zweite Chancen“

Mashood Khan landete mit 14 Jahren zum ersten Mal im Gefängnis, heute arbeitet er als Sozialpädagoge mit kriminellen Jugendlichen. Der 1988 geborene Hamburger erzählt von einer Jugend zwischen Drogen, Gewalt und Gangstrukturen – und davon, wie aus dem früheren Intensivtäter ein Ansprechpartner für Burschen wurde, die ähnliche Wege gehen wie er einst.

Seine Biografie ist eng mit den Erwartungen seiner Eltern verbunden. Die Familie kam 1987 aus Pakistan nach Deutschland, Khan wuchs in Hamburg-Norderstedt auf. Statt der erhofften Perspektive geriet er früh in ein Milieu aus Straßengewalt und Kriminalität. In der Schule sei ihm ein Lehrer mitgegeben worden, es gebe im Leben einen Zug und er habe ihn verpasst. Heute formuliert Khan die Gegenbotschaft an sein jüngeres Ich anders: Man könne immer noch einsteigen.

Der frühere Jugendgang-Akteur beschreibt sich nicht als geläuterte Figur mit einfacher Antwort, sondern als jemand, in dem die Vergangenheit weiterlebt. „In mir ist auch dieser ‘Ali’ noch drin“, sagt Khan. Gemeint ist damit der Teil seiner Identität, der vom harten Straßenalltag geprägt wurde und der ihn bis heute begleitet. Gerade daraus leite er aber auch Glaubwürdigkeit ab, wenn er mit jungen Männern arbeitet, die von Gewalt, Anerkennung und Gruppendruck geprägt sind.

Heute ist Khan als Sozialarbeiter beziehungsweise Jugendcoach tätig. Er arbeitet mit Jugendlichen, die selbst in schwierigen Verhältnissen aufwachsen und mit Konflikten, Kriminalität oder Perspektivlosigkeit zu tun haben. Seine Botschaft: Wer früh scheitert, ist nicht automatisch verloren. Seine eigene Entwicklung versteht er als Gegenbeispiel zu jener Logik, in der ein junger Mensch nach Haft und Fehltritten dauerhaft auf seine Vergangenheit reduziert wird.

Über diese Zeit hat Khan auch ein Buch veröffentlicht: „Vom Stolz der Straße“. Darin beschreibt er die Spannungen zwischen Herkunft, männlichem Ehrbegriff, Gewalt und dem Versuch, einen Ausstieg zu schaffen. Sein Lebensweg steht exemplarisch für die Frage, wie früh ein Abrutschen in ein kriminelles Umfeld beginnen kann – und welche Rolle glaubwürdige Sozialarbeit bei der Rückkehr in geordnete Verhältnisse spielt.

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