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Russische Drohnenkampagne setzte Europas Luftsicherheit unter Druck

Redaktionelle Szene zum Thema „Russische Drohnenkampagne setzte Europas Luftsicherheit unter Druck“

Russland hat nach Erkenntnissen einer britischen Denkfabrik über Monate hinweg Drohnen über europäische Flughäfen, Militärbasen und sensiblen Anlagen eingesetzt. In einem Bericht des International Institute for Strategic Studies (IISS) werden 144 Vorfälle in 13 Ländern zwischen August 2024 und Februar 2026 ausgewertet. Die Analyse zeichnet das Bild einer systematischen Kampagne, die die Reaktionsfähigkeit der NATO-Staaten testen und zugleich Informationen sammeln sollte.

Besonders betroffen war Deutschland. Dort verzeichneten die Autoren 58 Ereignisse, darunter sechs ungeklärte Drohnenvorfälle über dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein sowie über Bundeswehr-Standorten in Manching und Neuburg an der Donau. Auch Einrichtungen, die mit der nuklearen Teilhabe in Verbindung stehen, wurden demnach ausgespäht. Offiziell bestätigt habe bislang keine westliche Regierung, dass hinter jedem einzelnen Vorfall Russland steckte, doch die Experten sehen ein klares Muster.

Dem Bericht zufolge starteten die unbemannten Flugobjekte teils von Tankern der russischen Schattenflotte, teils von Frachtern in Küstennähe und kleineren Wasserfahrzeugen. Damit wird ein Ansatz beschrieben, der die Aufklärung erschwert und die Zuordnung einzelner Flüge deutlich komplizierter macht. Die Autoren gehen davon aus, dass Russland damit verstärkt auf Drohnen gestützte Spionage setzte, nachdem seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine zahlreiche russische Diplomaten ausgewiesen worden waren.

Schwächen in der europäischen Abwehr

Nach Einschätzung des IISS legt die Kampagne auch Defizite in der europäischen Flugabwehr offen. Diese sei noch immer stark auf klassische Bedrohungen wie Flugzeuge und Raketen ausgerichtet, nicht aber auf kleine, schwer erfassbare Drohnen. Gerade bei Vorfällen in der Nähe von Flughäfen und militärischen Anlagen komme es damit auf schnelle Erkennung und abgestimmte Reaktionen an.

Der Bericht reiht sich in eine Serie von Sicherheitswarnungen ein, die in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine lauter geworden sind. Für die NATO-Staaten stellt sich damit nicht nur die Frage nach besserer Überwachung ihrer Lufträume, sondern auch nach dem Schutz kritischer Infrastruktur an Küsten und entlang wichtiger Militärstandorte. Dass sich die Vorfälle über zahlreiche Länder und mehr als eineinhalb Jahre ziehen, deutet aus Sicht der Autoren auf ein länger angelegtes Muster hin.

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