Die USA und der Iran haben sich auf einen neuen Kommunikationskanal verständigt, über den Verstöße gegen das Friedensabkommen gemeldet und dokumentiert werden sollen. Das teilte Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi am Mittwoch mit. Ziel sei es, Zwischenfälle rasch festzuhalten und die Gespräche trotz der angespannten Lage fortzusetzen.
Nach Angaben aus Katar soll der Austausch zwischen beiden Seiten damit auf eine formalisiertere Grundlage gestellt werden. Die Vereinbarung ist ein Indiz dafür, dass Washington und Teheran trotz des brüchigen politischen Klimas an einer Gesprächslinie festhalten. Welche konkreten Mechanismen hinter dem neuen Kanal stehen, wurde zunächst nicht näher erläutert.
Das Abkommen fällt in eine Phase, in der jede Verletzung der vereinbarten Bedingungen politisch heikel ist. Für beide Seiten ist die Dokumentation von Verstößen auch ein Mittel, um Vorfälle nachweisbar zu machen und Schuldfragen nicht im Ungefähren zu belassen. Gerade zwischen den USA und dem Iran, deren Verhältnis seit Jahren von Konflikten, Misstrauen und wechselseitigen Vorwürfen geprägt ist, kommt solchen Verfahrensfragen besondere Bedeutung zu.
Dass die Gespräche fortgesetzt werden sollen, gilt als wichtiges Signal. Katar ist immer wieder als Vermittler oder Gesprächsort in regionalen Konflikten aufgetreten. Die neue Verständigung dürfte deshalb weniger als Durchbruch denn als Versuch zu lesen sein, den brüchigen Rahmen des Friedensabkommens vorerst funktionsfähig zu halten.









