Nach dem verheerenden Erdbeben in Venezuela beschreibt der steirische Katastrophenmanager Wolfgang Wedan die Lage als hoch belastend. „Das erste, was man wahrnimmt, ist der Leichengeruch“, sagte Wedan nach seiner Ankunft in Caracas. Der langjährige Helfer ist für „Jugend Eine Welt“ vor Ort, um gemeinsam mit Partnern die Situation zu erheben und Hilfsmaßnahmen zu prüfen.
Wedan reiste am Sonntag von Österreich nach Venezuela. Nach seinen Schilderungen verschärft sich die Lage für Verschüttete und Verletzte mit jeder Stunde. In den ersten Stunden nach einem Beben seien die Chancen, Menschen lebend zu bergen, noch am höchsten, danach sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich. Genau diese Phase macht die Arbeit für Rettungs- und Hilfsteams besonders schwierig.
Der Katastrophenmanager verweist damit auch auf die typischen Probleme nach schweren Erdstößen: zerstörte Infrastruktur, unübersichtliche Schadenslagen und die Belastung durch den Geruch von Verwesung, der nach seinen Angaben schon früh dominiert. Für Helfer sei das nicht nur organisatorisch, sondern auch psychisch eine enorme Herausforderung.
Wedan ist seit vielen Jahren für „Jugend Eine Welt“ im Einsatz. Der aktuelle Aufenthalt in Caracas dient nach Angaben aus dem Umfeld der Organisation dazu, mit lokalen Partnern die Lage zu erheben und die nächsten Schritte abzustimmen. Venezuela ist immer wieder von Naturkatastrophen und einer ohnehin angespannten Versorgungslage betroffen, was die Arbeit internationaler Helfer zusätzlich erschwert.
Erdbeben zählen in der Region zu den größten Risiken für die Bevölkerung. Für die Betroffenen geht es nach solchen Ereignissen oft zunächst um das Auffinden Vermisster, um medizinische Erstversorgung und um Notunterkünfte. Gerade in der Anfangsphase sind verlässliche Informationen und rasche Koordination entscheidend.









