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Im Doppelbudget fließen Millionen an die Arbeiterkammer

Redaktionelle Szene zum Thema „Im Doppelbudget fließen Millionen an die Arbeiterkammer“

Das neue Doppelbudget bringt der Arbeiterkammer zusätzliche Millionen – ausgerechnet jene Institution profitiert damit von einem Staatshaushalt, in dem bei Familien und Pensionisten gespart wird. Politisch heikel ist das auch deshalb, weil Finanzminister Markus Marterbauer vor seinem Wechsel in die Regierung jahrelang für die Arbeiterkammer tätig war.

Die Budgetpläne sehen nach den vorliegenden Angaben vor, dass die Kammer im Paket zu den Gewinnern der aktuellen Finanzplanung zählt. Während die Regierung die Ausgaben angesichts der angespannten Budgetlage in vielen Bereichen dämpft, werden für die Arbeiterkammer Mittel bereitgestellt, die über den üblichen Rahmen hinausgehen. Das sorgt für Kritik an der politischen Optik: Der frühere Arbeitgeber des SPÖ-Finanzministers erhält mehr Geld, während die Koalition an anderer Stelle den Rotstift ansetzt.

Die Arbeiterkammer ist eine gesetzliche Interessenvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie verfügt über ein eigenes Budget und finanziert ihre Arbeit vor allem aus den von Beschäftigten eingehobenen Kammerumlagen. Zusätzliche Mittel aus dem Bundesbudget sind daher politisch besonders sensibel, weil sie unmittelbar im Zusammenhang mit staatlichen Sparmaßnahmen stehen.

Im Zentrum der Debatte steht weniger die Frage, ob die Arbeiterkammer als Institution nötig ist, sondern ob der Zeitpunkt und die Höhe der Budgetmittel in der aktuellen Lage passen. Die Regierung argumentiert mit der Notwendigkeit, den Staatshaushalt zu konsolidieren. Kritiker verweisen darauf, dass die Belastungen vor allem bei Familien und Pensionisten ankommen, während andere Akteure aus dem staatlichen Umfeld profitieren.

Für Marterbauer ist die Angelegenheit auch deshalb brisant, weil er als Finanzminister das Doppelbudget verantwortet und zugleich seine frühere berufliche Herkunft in der politischen Diskussion mitgedacht wird. Die Budgetdebatte dürfte damit nicht nur um Zahlen, sondern auch um politische Symbolik geführt werden: Wer wird in Zeiten knapper Kassen verschont, wer muss sparen – und wer erhält zusätzlich Geld.

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