Die Wiener Festwochen haben am Donnerstagabend ihre 75. Ausgabe am Heldenplatz eröffnet. Im Zentrum der Feier stand Patti Smith, die als Ehrengast gleich dreimal in das Programm eingebunden ist. Erstmals fand die Eröffnung nicht am Rathausplatz, sondern auf dem historisch aufgeladenen Platz vor der Hofburg statt.
Den Auftakt machte um 21.20 Uhr die Hymne „Oh Wien“ in einer Fassung mit Schmusechor, Stringquartett und dem Countertenor Steve Katona. Danach folgte ein Programm, das den diesjährigen Festwochen-Schwerpunkt unter dem Motto „Republic of Gods“ in möglichst vielen Facetten zeigen sollte: von Singer-Songwriterin Lara Hulo über das Indie-Rock-Duo Cari Cari bis zur ukrainischen Sängerin Marichka Shtyrbulova und der norwegischen Black-Metal-Formation Witch Club Satan.
Festwochen-Intendant Milo Rau kündigte im Vorfeld „viel Action“ an und verwies auf die Übertragung im ORF. Die Reden würden deshalb kürzer gehalten. Zugleich setzte die Jubiläumsausgabe auf politische Akzente. Rau sprach von Beiträgen und neuen Songs „aus dem Iran, aus der Ukraine und aus den USA“ und beschrieb die Eröffnung als Mischung aus „Holzhammer und Kuscheln“.
Der neue Schauplatz ist für die Veranstalter mehr als nur eine Bühnenfrage. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) bezeichnete den Heldenplatz als „unglaublich passenden Ort“. Gemeinsam mit dem ORF wolle man den kulturell und historisch stark aufgeladenen Platz neu besetzen. Die Bühne wurde dabei nicht vor der Hofburg, sondern Richtung Rathaus ausgerichtet.
Auch Rau verwies auf die politische Bedeutung des Orts. Am Heldenplatz seien Kriege begonnen worden, zugleich sei dort aber auch gegen Kriege demonstriert worden. Es gehe daher nicht nur um Unterhaltung, sondern auch um gesellschaftliche Fragen.
Zwischen Musik und Reden war zudem ein ungewöhnlicher Programmpunkt vorgesehen: der „gebende Blick“ des kroatischen Esoterikers Braco, der schweigend über das Publikum blicken sollte. Laut Veranstaltern sollte die Eröffnung heuer rund zehntausende Besucherinnen und Besucher anziehen.
Die ORF-Übertragung der Eröffnung war für 22.25 Uhr live zeitversetzt in ORF2 geplant, auch eine Fassung in österreichischer Gebärdensprache sollte gezeigt werden. Smith, die zuletzt bereits im Theater Akzent und in der Arena Wien auftrat, bringt damit jene Verbindung aus Poesie, Rock und politischer Haltung ein, auf die Rau seine „Republic of Gods“ zuspitzt.









