Ein Outing von Fußballern wäre nach Ansicht von Clar Gallistl von der Initiative Fußballfans gegen Homophobie ein „sehr, sehr wichtiges Signal“. Gerade im Männerfußball herrsche noch immer ein Bild vor, das stark männlich, martialisch und heteronormativ geprägt sei, sagte Gallistl im Zusammenhang mit der laufenden Weltmeisterschaft, die dem Thema Fußball derzeit besondere Aufmerksamkeit verschafft.
Gallistl verwies darauf, dass queere Personen im Männerfußball nach wie vor kaum sichtbar seien. Wer in einem Umfeld niemanden sehe, „der so ist wie ich“, nehme implizit wahr, dass Menschen mit dieser Identität dort nicht vorgesehen seien. Ein öffentliches Outing von aktiven Spielern könnte nach ihrer Einschätzung auch andere queere Menschen im Fußball ermutigen, ebenfalls offen mit ihrer Identität umzugehen.
Die Aktivistin sprach zugleich von der Notwendigkeit, „Sicherheitsstrukturen“ für solche Schritte zu schaffen. Hintergrund sind auch Berichte, wonach deutsche Nationalspieler Schutzgeld bezahlt haben sollen, um ein Zwangsouting zu verhindern. Das zeige, wie heikel das Thema weiterhin sei und dass Spieler sich in einem geschützten Rahmen outen können müssten.
Die Initiative Fußballfans gegen Homophobie bietet dazu Workshops und Vorträge an. Nach Einschätzung Gallistls gibt es im Sportbereich noch immer erhebliche Wissenslücken, auch wenn sich in den vergangenen Jahren einiges verbessert habe. Als Beispiele nannte sie den Wiener Fußballklub Rapid mit einer Diversitätsbeauftragten sowie den von der UEFA beschlossenen Football-Social-Responsibility-Plan.
Trotz einzelner Fortschritte sei im Sport insgesamt noch viel zu tun, sagte Gallistl. Vor allem im Umgang mit queeren Menschen fehle es vielerorts weiterhin an Kompetenz und Selbstverständlichkeit. Ein respektvoller Umgang müsse nicht erst gelernt werden, sondern sollte im Sport genauso gelten wie in jedem anderen Bereich.









