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FPÖ kritisiert Bestellung von Bettina Ellinger zur Bildungsdirektorin als parteipolitisch

Redaktionelle Szene zum Thema „FPÖ kritisiert Bestellung von Bettina Ellinger zur Bildungsdirektorin als parteipolitisch“

Die Bestellung von Bettina Ellinger zur neuen Tiroler Bildungsdirektorin sorgt für politische Kritik der FPÖ. Die Freiheitlichen werfen Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) und dem Verfahren vor, die Nachfolge in der Bildungsdirektion parteipolitisch beeinflusst zu haben. Ellinger war von 2013 bis 2018 ÖVP-Landtagsabgeordnete und tritt ihre neue Funktion am 1. Juli an.

Die Bestellung war am Dienstag von Mattle und Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) bekanntgegeben worden. Ellinger setzte sich demnach im Auswahlverfahren gegen sieben weitere Bewerberinnen und Bewerber durch. Sie folgt auf Paul Gappmaier, der die Bildungsdirektion Tirol seit 2018 leitete und mit Ende März in Pension gegangen war.

Für die FPÖ ist die Personalentscheidung ein Beleg für „Postenschacher“. Bildungssprecherin Gudrun Kofler kritisierte in einer Aussendung, wieder einmal werde ein zentraler Bildungsposten nach parteipolitischen Kriterien vergeben. Ellinger sei zwar fachlich versiert, ihre politische Vergangenheit in der ÖVP lasse aber Zweifel an Objektivität und Transparenz des Verfahrens aufkommen, so Kofler.

Die Freiheitlichen argumentieren, eine Karriere sei „nur mit dem richtigen Parteibuch möglich“. Sie fordern eine Entpolitisierung der Bildungsdirektion und transparente, leistungsbasierte Auswahlverfahren ohne parteipolitische Vorschlagsrechte. Die neue Bildungsdirektorin werde man genau beobachten, kündigte Kofler an.

Ellinger bringt neben ihrer politischen Vergangenheit auch langjährige Erfahrung im Bildungsbereich mit. Sie war Volksschullehrerin, später Volksschuldirektorin und Pflichtschulinspektorin. Seit 2020 leitete sie die Bildungsregion Tirol Ost. 2012 schloss sie ein Doktoratsstudium der Erziehungswissenschaften an der Universität Salzburg ab.

Das Auswahlverfahren war heuer im Jänner gestartet worden. Nach der Begutachtungskommission wurden drei von acht Bewerbungen als geeignet eingestuft. Laut den vorliegenden Angaben entfielen zwei dieser drei geeigneten Bewerbungen auf männliche Kandidaten, eine auf Ellinger. Das Vorschlagsrecht für die Besetzung lag beim Landeshauptmann, die formelle Bestellung erfolgte durch den Bildungsminister.

Die Grünen begrüßten die Nominierung hingegen. Bildungssprecherin Zeliha Arslan bezeichnete Ellinger als kompetente und erfahrene Persönlichkeit und verwies darauf, dass die Bildungsdirektion starke Führung brauche, um gemeinsam mit Schulen Lösungen zu entwickeln.

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