Im italienischen Badeort Jesolo gehen Stadt und Polizei nach einer Serie brutaler Schlägereien unter Jugendlichen gegen Gruppen vor, die sich über soziale Medien verabreden. Auslöser sind wiederholte Auseinandersetzungen in dem bei österreichischen Urlaubern besonders beliebten Adria-Ort, bei denen Anrainer und Gäste zuletzt zunehmend Alarm schlugen.
Der Streit entlädt sich nach italienischen Berichten vor allem unter jungen Gruppen, die dort als „Maranza“ bezeichnet werden. Gemeint sind Jugendliche und junge Männer, die sich mit demonstrativer Kleidung, Machogehabe und teils aggressivem Auftreten in Parks, auf Plätzen und entlang der Strandpromenade treffen. In Österreich wird für ähnliche Gruppen oft der Begriff „Talahons“ verwendet. Die Auseinandersetzungen haben in Jesolo eine Debatte über Sicherheit, Präsenz der Behörden und den Umgang mit jugendlicher Gewalt ausgelöst.
Kontrollen, Platzverweise und härteres Vorgehen
Die Stadtführung und die Polizei haben inzwischen angekündigt, verstärkt gegen die auffälligen Gruppen vorzugehen. Im Raum stehen mehr Kontrollen, raschere Platzverweise und ein deutlich konsequenteres Einschreiten gegen Störungen im öffentlichen Raum. In Jesolo ist das Thema heikel, weil der Ort in der Hauptsaison stark von Tourismus lebt und viele Gäste aus Österreich und Deutschland anzieht.
Für die Gemeinde geht es damit nicht nur um einzelne Schlägereien, sondern auch um das Sicherheitsgefühl in einem Ferienort, der in den Sommermonaten stark unter Beobachtung steht. Gerade in Adria-Orten mit hohem Besucheraufkommen können schon wenige gewaltsame Vorfälle das Bild eines ganzen Urlaubsortes prägen. Entsprechend groß ist der Druck auf die lokalen Behörden, rasch sichtbare Maßnahmen zu setzen.
Jesolo zählt seit Jahren zu den klassischen Zielen österreichischer Sommerurlauber. Dass sich dort nun Jugendgruppen über soziale Medien sammeln und in Gewalt münden, trifft daher auch viele Reisende aus Österreich unmittelbar. Die lokalen Behörden versuchen, die Lage mit einem Mix aus Präsenz, Kontrollen und Abschreckung zu beruhigen, bevor sich die Vorfälle weiter ausweiten.









