Der deutsche Rechtsextremist und Publizist Götz Kubitschek ist in diesen Tagen in Wien bei mehreren Veranstaltungen präsent – darunter nach Angaben aus dem Umfeld der Szene erstmals auch bei einem offiziellen Termin der Freiheitlichen Jugend. Der Auftritt des Mitgründers des Verlags Antaios und der „Sezession“ wird in der Stadt aufmerksam beobachtet, weil Kubitschek seit Jahren zu den einflussreichsten Ideologen der sogenannten Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum zählt.
Kubitschek gilt als wichtiger Netzwerker zwischen der deutschen und der österreichischen Rechten. Sein Umfeld um das Gut Schnellroda in Sachsen-Anhalt ist seit Langem ein zentraler Treffpunkt jener Strömung, die sich selbst als konservative Erneuerung darstellt, von Verfassungsschützern aber als rechtsextrem eingestuft wird. In Berichten der Sicherheitsbehörden in Deutschland und Österreich wird er beziehungsweise sein Milieu regelmäßig erwähnt.
Dass Kubitschek nun in Wien mehrfach auftritt, ist auch politisch heikel, weil die Kontakte zwischen Teilen der Freiheitlichen und Akteuren der Neuen Rechten seit Jahren dokumentiert sind. Insbesondere im Vorfeld und nach Wahlkämpfen tauchen immer wieder Überschneidungen bei Veranstaltungen, Publikationen und personellen Netzwerken auf. Der offizielle Termin der Freiheitlichen Jugend dürfte diese Verbindung zusätzlich sichtbar machen.
Die Freiheitliche Jugend ist die Nachwuchsorganisation der FPÖ. Sie steht regelmäßig im Fokus, wenn es um die Frage geht, wie eng sich die Partei von radikalen rechten Strömungen abgrenzt. Kubitschek selbst vertritt seit Jahren Positionen, die weit über den traditionellen Rechtspopulismus hinausgehen und von Kritikern als ideologische Schnittstelle zur extremen Rechten beschrieben werden.
In Österreich ist der Umgang mit solchen Auftritten besonders sensibel. Während die FPÖ sich nach außen als rechtskonservative Kraft präsentiert, wird ihr von politischen Gegnern und Beobachtern immer wieder eine Nähe zu rechtsextremen Milieus vorgehalten. Ein Auftritt Kubitscheks bei einem offiziellen Termin der Parteijugend verschärft diese Debatte erneut.
Für Wien bedeutet der Besuch vor allem ein weiteres Signal dafür, dass die Stadt für Vertreter der Neuen Rechten als Schauplatz und Vernetzungsort attraktiv bleibt. Dass Kubitschek nicht nur im kleinen Kreis, sondern auch im Rahmen öffentlich angekündigter Termine präsent ist, unterstreicht die Anschlussfähigkeit, die sein Umfeld in Teilen des rechten Spektrums weiter sucht.









