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Die wildesten Roten Karten der WM-Geschichte

Redaktionelle Szene zum Thema „Die wildesten Roten Karten der WM-Geschichte“

Südafrikas Yaya Sithole hat im Eröffnungsspiel der WM 2026 die erste Rote Karte des Turniers gesehen. Damit rückt einmal mehr eine alte Begleiterscheinung der Fußball-Weltmeisterschaften in den Fokus: Ausschlüsse, die bei WM-Endrunden erst seit 1970 offiziell erfasst werden und immer wieder für kuriose, grobe oder unnötige Szenen sorgten.

Seit der Einführung der Roten Karte bei Weltmeisterschaften hat sich die Liste der Platzverweise mitunter um spektakuläre Fälle erweitert. Besonders häufig betroffen war ausgerechnet Brasilien. Keine andere Nation sammelte bei WM-Turnieren so viele Platzverweise wie der Rekordweltmeister. Die südamerikanische Auswahl steht damit in einer statistischen Reihe, die von frühen, unkontrollierten Härtefällen bis zu völlig überflüssigen Aktionen reicht.

Zu den bekanntesten Ausschlüssen zählt der Platzverweis von Uruguay-Superstar José Batista bei der WM 1986. Er sah bereits nach wenigen Sekunden Rot – einer der schnellsten Feldverweise in der WM-Geschichte. Ebenfalls im kollektiven Gedächtnis geblieben ist der Tritt von Frankreichs Zinédine Zidane gegen Italiens Marco Materazzi im WM-Finale 2006 in Berlin. Zidane wurde vom Platz gestellt, Frankreich verlor das Endspiel im Elfmeterschießen.

Legendär sind auch die Eskalationen abseits großer Finalbühnen. Beim Turnier 1990 flog der Kameruner Benjamin Massing nach einem rüden Foul gegen Kolumbien vom Platz. Vier Jahre später sorgte der Aussetzer des kolumbianischen Verteidigers Andrés Escobar in den USA für Schlagzeilen, als ein Eigentor und die allgemeine Härte des Turniers die Debatte über Disziplin und Druck im WM-Fußball zusätzlich anheizten.

Auch in jüngerer Zeit blieb die WM nicht frei von Ausrastern. Der Niederländer Denzel Dumfries kassierte 2022 im Achtelfinale gegen die USA eine Rote Karte nach grobem Einsteigen. Solche Szenen erinnern daran, wie hart die Bühne Weltmeisterschaft für einzelne Spieler werden kann: Ein Moment der Unbeherrschtheit reicht oft aus, um ein Spiel, ein Turnier und mitunter auch eine Karriereepisode zu prägen.

Dass Sithole gleich zum WM-Start 2026 vom Platz musste, fügt sich damit in eine lange Liste denkwürdiger Ausschlüsse ein. Die Statistik der Roten Karten bei Weltmeisterschaften ist zwar überschaubar, die einzelnen Fälle aber bleiben oft hängen – vor allem dann, wenn sie besonders früh, besonders grob oder in einem entscheidenden Spiel passieren.

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