Ein Wanderer ist in Kärnten bei dem Versuch verunglückt, eine Geiß aus steilem Gelände zu befreien. Der Mann stürzte dabei rund 15 Meter ab und verletzte sich, nachdem er dem Tier helfen wollte. Der Einsatz ist ein Beispiel dafür, dass Ziegen in alpinem Gelände oft besser zurechtkommen, als es für Menschen auf den ersten Blick wirkt.
Ziegen und Geißen bewegen sich auf felsigen Hängen, schmalen Graten und steilen Almen mit einer Sicherheit, die für Wanderer leicht täuscht. Ihre Körper sind für das Klettern in unwegsamem Gelände gebaut: ein tief liegender Schwerpunkt, kräftige Beine und harte Hufe geben ihnen Halt, wo Menschen schnell ins Rutschen geraten. Was aus menschlicher Sicht nach einer misslichen Lage aussieht, ist für die Tiere daher oft eine normale Position.
Gerade in den Bergen kann der gut gemeinte Rettungsversuch für Menschen gefährlicher werden als die Situation des Tieres selbst. Wer einem Tier auf eigene Faust nachsteigt, setzt sich auf losem Schotter, nassem Gras oder in ausgesetztem Fels unnötigen Risiken aus. Fachleute raten in solchen Fällen dazu, Abstand zu halten und Hilfe über die Bergrettung oder die zuständigen Einsatzkräfte anzufordern, statt selbst in die Hanglage vorzudringen.
Für die Tiere bedeutet das nicht, dass sie nie in Not geraten. Doch bei Ziegen ist die Einschätzung oft schwieriger als bei anderen Wild- oder Nutztierearten, weil ihr Verhalten und ihre Trittsicherheit die Lage für Außenstehende dramatischer erscheinen lassen können. In alpinen Regionen gilt deshalb: Nicht jede Ziege, die auf einem Felsvorsprung steht, braucht sofort menschliche Rettung.
Der Unfall in Kärnten zeigt, wie schnell aus einem Helfer ein Verletzter werden kann. Wer in steilem Gelände unterwegs ist, sollte die eigene Sicherheit zuerst einschätzen und bei Unsicherheit Profis verständigen. Bei Tieren in exponierter Lage ist das meist der vernünftigste Weg.









