Die österreichische Bischofskonferenz wählt in dieser Woche in Mariazell einen neuen Vorsitzenden. Amtsinhaber Erzbischof Franz Lackner, seit sechs Jahren an der Spitze des Gremiums, tritt damit in die letzte Phase seiner Amtszeit als oberster Sprecher der heimischen katholischen Bischöfe ein.
Die Wahl findet bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz statt. Lackner steht seit 2018 an der Spitze der Konferenz, die die Bischöfe der katholischen Kirche in Österreich koordiniert und nach außen vertritt. Der Vorsitz gilt als wichtigstes Amt innerhalb des Gremiums, auch wenn die Aufgaben weniger hierarchisch als koordinierend angelegt sind.
Für die Nachfolge ist die Lage offen. Anders als bei manch anderen kirchlichen Personalentscheidungen ist der Ausgang nicht vorab festgelegt, sondern von der Wahl unter den Mitgliedern der Bischofskonferenz abhängig. Damit bleibt vorerst offen, ob sich ein bisher weniger prominenter Bischof durchsetzt oder eine personelle Kontinuität gesucht wird.
Koordination der Kirche in Österreich
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz vertritt die katholische Kirche in Österreich in zentralen Fragen nach außen, etwa gegenüber Politik, Öffentlichkeit und den Gläubigen. Zugleich moderiert er die Zusammenarbeit der Diözesen und bündelt Positionen, ohne die einzelnen Bischöfe in ihren jeweiligen Diözesen zu ersetzen.
Mariazell ist für die österreichische Kirche seit Jahren ein symbolträchtiger Ort für wichtige Zusammenkünfte. Dass die Wahl dort stattfindet, unterstreicht den kirchlichen Rahmen der Entscheidung. Inhaltlich geht es aber vor allem um die personelle Neuaufstellung an der Spitze eines Gremiums, das in einer Zeit sinkender Mitgliederzahlen, Reformdebatten und Vertrauensfragen besonders beobachtet wird.
Mit der Neuwahl endet die sechsjährige Amtszeit Lackners. Wer ihm nachfolgt, dürfte für die weitere öffentliche Wahrnehmung der Kirche in Österreich entscheidend sein. Der neue Vorsitzende wird die Bischofskonferenz in einer Phase führen müssen, in der Fragen zu Aufarbeitung, Kirchenreform und gesellschaftlicher Rolle der Kirche weiterhin hohe Relevanz haben.









