Österreichs Universitäten könnten nach Ansicht von WU-Rektor Rupert Sausgruber deutlich höhere Gebühren von internationalen Studierenden aus Nicht-EU-Staaten einheben. Die Beiträge seien hierzulande im internationalen Vergleich niedrig, sagte der Ökonom. Wenn es nicht gelinge, Absolventinnen und Absolventen nach dem Studium im Land zu halten, könnten höhere Gebühren eine zusätzliche Einnahmequelle für die Hochschulen sein.
Sausgruber äußerte sich damit vor dem Hintergrund der angespannten Finanzdebatte an den Unis. In den vergangenen Wochen hatten mögliche Einsparungen bei den Leistungsvereinbarungen für die Periode 2028 bis 2030 an den Hochschulen für heftige Proteste gesorgt. Rektoren und Universitätsvertreter warnten davor, dass fehlende Mittel Forschung, Lehre und den internationalen Wettbewerb schwächen könnten.
Der Ruf nach mehr Geld trifft auf eine Universitätspolitik, die seit Jahren zwischen Zugangsfragen, Internationalisierung und Finanzierung abwägt. Studienbeiträge für Studierende aus Drittstaaten sind in Österreich zwar grundsätzlich vorgesehen, fallen aber im Vergleich zu vielen anderen Ländern niedrig aus. Sausgruber argumentiert nun, dass höhere Gebühren dort vertretbar sein könnten, wo Hochschulen besonders stark von internationalen Talenten profitieren und diese später nicht im Land bleiben.
Der WU-Rektor wurde kürzlich für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Mit seiner Einordnung bringt er eine Debatte auf, die an Österreichs Unis regelmäßig aufflammt: Wie viel soll ein öffentlich finanziertes Hochschulsystem kosten, wer soll zahlen und wie lassen sich internationale Studierende gleichzeitig anziehen und halten?









