Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Dutzende Migranten sterben nach Lkw-Panne in der Sahara

Redaktionelle Szene zum Thema „Dutzende Migranten sterben nach Lkw-Panne in der Sahara“

Bei einer Lkw-Panne in der Sahara sind nach Angaben aus Niger 49 Menschen verdurstet. Zwei Überlebende hätten nach dem Ausfall des Fahrzeugs zu Fuß rund 50 Kilometer bis zur nächsten Stadt zurückgelegt und dort die Behörden alarmiert, berichteten örtliche Stellen. Der Lastwagen war demnach mit einer größeren Gruppe in der Wüste unterwegs, als er liegen blieb.

Die Details deuten auf eine der tödlichsten bekannten Wüstenfahrten der vergangenen Zeit hin. Die Sahara ist für Migranten und Flüchtlinge auf dem Weg nach Norden seit Jahren eine der gefährlichsten Routen. Wer auf improvisierten Transporten unterwegs ist, ist dort oft tagelang ohne ausreichendes Wasser, Schutz und Orientierung unterwegs.

Nach den vorliegenden Angaben scheiterten alle Versuche, das Fahrzeug wieder in Gang zu bringen. Für die Menschen an Bord wurde die Situation damit lebensbedrohlich: In der Wüste können schon wenige Stunden ohne Wasser bei großer Hitze über Leben und Tod entscheiden. Dass zwei Personen den langen Fußmarsch zur nächsten Ortschaft überstanden, gilt als Ausnahme.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von tödlichen Unglücken auf den Routen durch die Sahara ein. Immer wieder sterben Menschen auf dem Weg durch Niger oder Libyen, weil Schleuserfahrzeuge ausfallen, Gruppen zurückgelassen werden oder die Wasserreserven nicht reichen. Die Route durch die Wüste bleibt damit ein zentrales Risiko für Menschen, die aus West- und Zentralafrika Richtung Norden unterwegs sind.

Die Behörden dürften nun vor allem die Identität der Toten und die genaue Herkunft der Gruppe klären müssen. Zugleich zeigt der Fall erneut, wie tödlich die oft unterschätzte Passage durch die Sahara ist, lange bevor die Menschen überhaupt die Mittelmeerküste erreichen.

Diesen Artikel teilen