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Tiroler Stadtmusikkapelle wegen männlicher Marketender ausgeladen

Redaktionelle Szene zum Thema „Tiroler Stadtmusikkapelle wegen männlicher Marketender ausgeladen“

Beim Bezirksschützenfest in Hall in Tirol ist die Stadtmusikkapelle ausgeladen worden, weil die Schützen keine männlichen Marketender bei dem Fest sehen wollten. Die Entscheidung hat in Tirol für Diskussionen über Tradition, Brauchtum und den Umgang mit veränderten Rollenbildern im Vereinsleben gesorgt.

Marketenderinnen gehören seit langem zum Bild vieler Schützen- und Musikveranstaltungen. Dass nun auch Männer diese Funktion übernehmen, ist zwar nicht grundsätzlich neu, stößt bei Teilen des traditionellen Umfelds aber auf Widerstand. Im konkreten Fall führte genau das dazu, dass die Kapelle nicht auftreten durfte.

Das Bezirksschützenfest ist in vielen Tiroler Gemeinden ein fixer Termin im Brauchtumskalender. Gerade dort treffen fest verankerte Traditionen aber immer wieder auf moderne Vorstellungen von Gleichbehandlung und Offenheit. Die Ausladung der Stadtmusikkapelle zeigt, wie sensibel solche Fragen in der Praxis bleiben.

In Tirol haben Musikvereine und Schützenkompanien eine starke gesellschaftliche Verankerung. Konflikte entstehen vor allem dann, wenn überliefertes Brauchtum nicht nur gepflegt, sondern auch über die Zusammensetzung der Beteiligten entschieden wird. Der Vorfall in Hall dürfte daher über den einzelnen Festtermin hinaus nachwirken.

Für die betroffene Stadtmusikkapelle bedeutet die Entscheidung jedenfalls eine öffentliche Zurückweisung bei einem regional bedeutenden Brauchtumsfest. Für die Schützen ist sie Ausdruck einer Linie, die auf ein traditionelles Erscheinungsbild setzt. Dass männliche Marketender dabei zum Auslöser wurden, macht den Fall besonders heikel.

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