In der Diskussion über die Wehrpflicht stellt sich die SPÖ gegen eine Verlängerung des sechsmonatigen Grundwehrdienstes und wirbt stattdessen für einen Kompromiss. Der Dienst soll nach dem Willen der Sozialdemokraten nicht länger dauern, dafür aber durch verpflichtende zweimonatige Übungen ergänzt werden, um die Miliz zu stärken.
Mit dem Vorschlag für einen „Plan der Mitte“ reagiert die SPÖ auf die innerkoalitionäre Debatte mit ÖVP und NEOS. Aus Sicht der Sozialdemokraten stehen sich dort derzeit zwei Maximalpositionen gegenüber: Die ÖVP pocht auf eine Verlängerung des Grundwehrdienstes, die NEOS setzen auf eine stärkere Rolle der Miliz. Die SPÖ will beide Ansätze zusammenführen, ohne die Dauer des Grundwehrdienstes anzutasten.
Konkret spricht sich die Partei dafür aus, den Wehrdienst zu „attraktivieren“ statt ihn zu verlängern. Dazu gehören nach ihrem Modell die Wiedereinführung jener verpflichtenden zweimonatigen Übungen, die nach dem Grundwehrdienst die Einsatzbereitschaft der Miliz absichern sollen. Die SPÖ sieht darin einen Weg, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken, ohne zusätzliche Monate beim Grundwehrdienst zu verlangen.
Hintergrund der Debatte ist die Frage, wie das österreichische Bundesheer personell besser aufgestellt werden kann. Während die ÖVP längere Ausbildungszeiten für Rekruten ins Spiel bringt, verweist die SPÖ auf die Bedeutung der Miliz und auf die politische Belastbarkeit eines Modells, das über die reine Verlängerung hinausgeht. Der Vorstoß ist damit auch ein Versuch, die Positionen innerhalb der Dreierkoalition näher zusammenzubringen.
Wie die Gespräche über die künftige Ausgestaltung des Wehrdienstes weitergehen, bleibt offen. Klar ist aber: Die SPÖ will sich in der Frage nicht auf einen längeren Grundwehrdienst festlegen, sondern auf eine Lösung setzen, die aus ihrer Sicht sowohl die Ausbildung als auch die Einsatzreserve des Bundesheeres verbessert.









