Am Landesgericht Salzburg sind am späten Freitagnachmittag mehrere junge Männer und Frauen in einem Prozess rund um die sogenannte „Pedo-Hunter“-Szene zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten Opfer in Salzburg misshandelt hatten. Die Strafen reichen bis zu zwölf Jahren Haft.
Der Fall steht im Zusammenhang mit einer Form von Selbstjustiz, bei der sich junge Menschen unter dem Vorwand, mutmaßliche Sexualstraftäter aufzuspüren, zu Übergriffen, Demütigungen und Gewalt gegen die Opfer verabredet haben sollen. Verhandelt wurde am Landesgericht Salzburg wegen Hass-Kriminalität im Umfeld dieser Szene.
Mit den hohen Freiheitsstrafen setzte das Gericht ein klares Zeichen gegen derartige Übergriffe. Das Verfahren hatte in Salzburg besondere Aufmerksamkeit ausgelöst, weil es um schwerwiegende Gewaltvorwürfe gegen sehr junge Angeklagte ging. Die Verurteilungen betreffen mehrere Beteiligte aus dem Umfeld der Gruppe.
Der Begriff „Pedo-Hunter“ beschreibt im Internetmilieu Gruppen, die vorgeben, Pädophile entlarven zu wollen, dabei aber immer wieder selbst zu Straf- und Gewaltakten greifen. In Österreich haben solche Fälle in den vergangenen Jahren vereinzelt Ermittlungen wegen Körperverletzung, Nötigung und anderer Delikte ausgelöst. Der Salzburger Prozess zählt nun zu den schwersten bisher bekanntgewordenen Verfahren dieser Art.









