Die nächste Mondlandung könnte nicht nur technisch, sondern auch geopolitisch entscheidend werden: China und die USA arbeiten mit Hochdruck daran, als Erste in der Nähe des Mondsüdpols zu landen und dort längerfristig präsent zu sein. Im Zentrum steht dabei Wasser in Form von Eis, das in der dauerhaften Dunkelheit kraterreicher Regionen vermutet wird und für künftige Mondbasen als Rohstoff gelten würde.
Der aktuelle Antrieb für das neue Wettrennen ist klar: Wer am Südpol des Mondes zuerst dauerhaft Fuß fasst, könnte sich einen strategischen Vorteil für spätere Missionen sichern. Wasser ließe sich nicht nur als Trinkwasser und Sauerstoffquelle nutzen, sondern auch zur Herstellung von Treibstoff. Genau deshalb gilt der Südpol als einer der begehrtesten Orte auf dem Erdtrabanten.
Die USA wollen mit dem Artemis-Programm wieder Menschen auf den Mond bringen und in der Folge auch eine längerfristige Infrastruktur aufbauen. Nach der Artemis-2-Mission, bei der Anfang April erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen den Mond umrundeten, richtet sich der Blick nun auf die nächste Etappe: eine bemannte Landung. Parallel dazu treibt China sein eigenes Mondprogramm voran und verfolgt das Ziel, bis 2030 ebenfalls Astronauten auf dem Mond abzusetzen.
Hinter dem Wettlauf steht längst nicht nur wissenschaftliche Neugier. Mondbasen gelten als mögliche Zwischenstationen für spätere Missionen ins All, zugleich ist der Zugang zu Ressourcen und zu strategisch wichtigen Landeplätzen ein politisches Thema. Der Südpol ist dabei besonders attraktiv, weil dort Teile des Bodens dauerhaft im Schatten liegen und Eisablagerungen vermutet werden.
Auch private Raumfahrtunternehmen spielen eine Rolle
Hinzu kommt die private Raumfahrt. Unternehmen wie jene von Jeff Bezos arbeiten ebenfalls an Technologien für künftige Mondmissionen und an Landegeräten, die im Artemis-Programm eingesetzt werden könnten. Damit ist der Wettbewerb um den Südpol nicht mehr nur ein Duell zwischen Staaten, sondern ein eng verflochtenes Feld aus nationalen Raumfahrtagenturen und privaten Anbietern.
Welche Seite zuerst landet, hängt nicht nur von politischem Willen ab, sondern auch von Technik, Zeitplänen und der Zuverlässigkeit der Trägersysteme. Klar ist: Der Mond ist nach Jahrzehnten des Wartens wieder zu einem Feld strategischer Konkurrenz geworden. Und die nächste Landung könnte darüber entscheiden, wer beim Aufbau einer dauerhaften Präsenz am Erdtrabanten die Nase vorn hat.









