Die schwedische Popmusikerin Lykke Li stellt mit „The Afterparty“ ein neues Album vor, das sie selbst als mögliches letztes Werk im Musikgeschäft bezeichnet. Die 38-Jährige verbindet darauf weiterhin ihren zwischen Tanzbarkeit und Melancholie angesiedelten Stil – und deutet zugleich einen Rückzug an.
Lykke Li wurde 2008 mit ihrem Debütalbum „Youth Novels“ bekannt, den internationalen Durchbruch brachte ihr 2011 „I Follow Rivers“ vom zweiten Album „Wounded Rhymes“. Vor allem der Remix des belgischen DJs The Magician machte den Song auch weit über den Indie- und Popbereich hinaus zu einem Clubhit. Der Titel zählt bis heute zu ihren bekanntesten Liedern und prägte das Bild der Sängerin als Künstlerin zwischen schwermütiger Introspektion und eingängiger Popästhetik.
Mit „The Afterparty“ knüpft sie an diesen Spannungsbogen an. Schon der Titel verweist auf das Nachspiel, auf den Moment nach dem Rausch. Lykke Li bewegt sich auf dem Album offenbar weiter zwischen euphorischen Beats und düsteren Stimmungen – ein Markenzeichen, das ihre Musik seit Jahren bestimmt. Der neue Longplayer erscheint damit nicht nur als reguläre Veröffentlichung, sondern auch als möglicher Schlusspunkt einer Karriere, die international vor allem von wenigen, aber stilprägenden Songs getragen wurde.
Die Sängerin hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit musikalischen Neuanfängen und stilistischen Verschiebungen gearbeitet. Zuletzt war sie 2022 bei einem Konzert in Kopenhagen auf der Bühne zu erleben. Mit „The Afterparty“ setzt sie nun ein Werk an den Schluss, das zugleich Rückschau und Abschied lesen lässt.
Ob es tatsächlich ihr letztes Album bleibt, ist offen. Schon die Ankündigung reicht aber, um Lykke Li erneut ins Zentrum der Popdebatte zu rücken: als Künstlerin, deren stärkste Momente immer dort entstanden, wo Euphorie und Abgrund nahe beieinanderlagen.









