Ab Mitte September wird das Salzburger Neutor wegen der Baustelle im Festspielbezirk für rund ein halbes Jahr gesperrt. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) wirbt dafür, in dieser Zeit vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, um Staus und Ausweichverkehr in der Innenstadt möglichst gering zu halten.
Auinger setzt dabei auf einen Mix aus besseren Angeboten im öffentlichen Verkehr und auf eine gezielte Steuerung des Autoverkehrs. Nach seinen Angaben sollen ein attraktiver Taktfahrplan und sogenannte Pförtnerampeln den Verkehr dosieren. Ziel sei, den Zustrom von Fahrzeugen zu bremsen und dem öffentlichen Verkehr sowie Einsatzfahrzeugen Vorrang zu geben.
Die Stadt verweist auf Verkehrssimulationen, die bei unverändertem Mobilitätsverhalten ein deutliches Staurisiko zeigen. Gelingt mehr Umstieg auf Öffis, könnte das Verkehrsaufkommen den Planungen zufolge spürbar sinken. Auinger verwies im Zusammenhang mit früheren Baustellen darauf, dass sich solche Entlastungen bereits einmal gezeigt hätten.
Um den Umstieg attraktiver zu machen, arbeitet die Stadt mit Verkehrsverbünden an zusätzlichen Angeboten. Dazu soll für die Baustellenzeit ein spezielles Umsteigerticket kommen. Außerdem will Salzburg das Liniennetz ab Mai 2027 umfassend umbauen. Geplant ist ein Takt von siebeneinhalb Minuten. Ab Herbst soll zudem ein neues Fahrradverleihsystem zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs bereitstehen.
Bereits jetzt registriert der öffentliche Nahverkehr in Salzburg nach Angaben Auingers ein Plus von zehn Prozent im Jahr 2025. Die Stadt hofft, dass sich dieser Trend während der Sperre verstärkt. Laut Auinger nehmen Menschen attraktive Angebote an; durch die Sperre gebe es nun zusätzlichen Druck, umzusteigen.
Die bestehende Baustelle am Neutor hat den Durchgangsverkehr nach Angaben des Bürgermeisters bereits von 12.000 auf 9.000 Fahrzeuge pro Tag reduziert. Genau dieses Niveau will die Stadt möglichst nicht nur während der Bauarbeiten halten. Gleichzeitig soll vermieden werden, dass sich der Verkehr in andere Stadtteile wie Riedenburg oder Lehen verlagert.
Wie weit das Neutor nach Ende der Sperre wieder für den motorisierten Verkehr geöffnet wird, ist noch offen. Auinger stellte aber klar, dass das Tor grundsätzlich wieder aufgehen werde. Über den genauen Zugang wolle man erst nach der Sperre entscheiden.









