Beim Laver Cup in London tritt ab Freitag wieder Europa gegen das Team World an. Das Mannschaftsturnier ist sportlich klar anders angelegt als die üblichen ATP-Events: Gespielt wird an drei Tagen, die Partien zählen unterschiedlich viele Punkte, und es geht um einen Vergleich zweier Kontinente statt um Einzelranglisten.
Der Wettbewerb wurde 2017 nach dem Vorbild des Ryder Cups im Golf eingeführt. Seither ist er eines der auffälligsten Schauformate im Herrentennis. Der Name geht auf den australischen Wimbledon-Rekordsieger Rod Laver zurück, der als einzige Spieler zweimal den Grand Slam gewann.
Sportlich spricht die Bilanz bisher klar für Europa. Seit 2009 gingen 67 Major-Turniere in Folge an europäische Spieler. Dieser Umstand ist auch einer der Gründe, warum der Vergleich zwischen Europa und dem Rest der Welt im Tennis deutlich freundlicher wirkt als in der Politik.
In London stehen sich nun wieder Auswahlteams gegenüber, die von prominenten Spielern angeführt werden. Für Europa war in der Vergangenheit etwa Alexander Zverev eine zentrale Figur, Team World setzte zuletzt vor allem auf Profis aus Nord- und Südamerika sowie Australien. Der Laver Cup bietet damit eine seltene Gelegenheit, in einem Mannschaftsformat einzelne Stars in direkter Konfrontation zu sehen.
Gespielt wird auf Hartplatz in der Halle. Das Format sieht pro Tag mehrere Einzel und ein Doppel vor, die Siege werden von Tag zu Tag höher bewertet. Dadurch kann sich der Ausgang des Turniers auch dann noch drehen, wenn ein Team früh vorne liegt.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer ist der Wettbewerb auch deshalb attraktiv, weil er kompakt bleibt und sich klar terminieren lässt. In Österreich wird das Turnier im Fernsehen und über Streaming-Angebote übertragen; der genaue Sender beziehungsweise Dienst hängt von den jeweiligen Rechten ab.
Österreichische Beteiligung gab es beim Laver Cup bereits: Der Erste Bank Open-Sieger Dominic Thiem hat in früheren Ausgaben für Europa gespielt. Damit war auch ein österreichischer Spieler Teil eines Formats, das sich inzwischen fest im Herbstkalender des internationalen Tennissports etabliert hat.









