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Preise steigen, doch in Österreich landen Lebensmittel im Wert von rund 100 Euro pro Monat im Müll

Redaktionelle Szene zum Thema „Preise steigen, doch in Österreich landen Lebensmittel im Wert von rund 100 Euro pro Monat im Müll“

Während Lebensmittel in Österreich teurer werden, werfen Haushalte nach wie vor enorme Mengen weg. Nach Angaben der Initiative „United Against Waste“ landen pro Person und Monat Lebensmittel im Wert von rund 100 Euro im Müll. Das betrifft nicht nur Supermärkte oder die Gastronomie, sondern auch private Haushalte – und damit genau jene Konsumentinnen und Konsumenten, die über hohe Preise klagen.

Der Widerspruch ist seit Jahren bekannt, verliert aber offenbar kaum an Aktualität: Auf der einen Seite stehen steigende Ausgaben für den Wocheneinkauf, auf der anderen Seite Lebensmittel, die ungenutzt verderben oder zu viel eingekauft werden. Besonders problematisch ist das bei leicht verderblichen Produkten wie Brot, Obst, Gemüse, Milchprodukten und Speiseresten. Sie machen einen wesentlichen Teil der vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus.

Für Österreich hat das auch eine wirtschaftliche und ökologische Dimension. Wer Lebensmittel wegwirft, bezahlt nicht nur für Ware, die nie gegessen wird. Es fallen auch Kosten für Produktion, Transport, Kühlung und Entsorgung an. Gleichzeitig verschärft die Verschwendung die Belastung für Umwelt und Klima, weil für die Herstellung von Lebensmitteln Wasser, Energie, Fläche und Arbeitskraft eingesetzt werden.

Politisch und gesellschaftlich ist das Thema seit Längerem präsent. Bund, Länder und Gemeinden setzen immer wieder auf Aufklärungskampagnen, etwa zu richtiger Lagerung, besserer Einkaufsplanung und dem Umgang mit Haltbarkeitsdaten. Doch die Zahlen zeigen, dass Information allein den Abfall nicht entscheidend gesenkt hat. Gerade in Haushalten bleibt das Bewusstsein für den tatsächlichen Wert von Lebensmitteln oft hinter dem Griff ins Regal zurück.

Die Debatte fällt in eine Zeit, in der viele Menschen den Alltag als finanziell belastender empfinden. Genau deshalb wirkt der Befund besonders brisant: Wer über Preise klagt, kann zugleich mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen Geld sparen, etwa durch kleinere Einkäufe, konsequentere Resteverwertung und mehr Aufmerksamkeit beim Mindesthaltbarkeitsdatum. Jede vermiedene Wegwerfration entlastet das Haushaltsbudget – und reduziert zugleich den Abfall.

Die Botschaft ist damit klar: Preissteigerungen sind real, doch sie treffen auf ein Konsumverhalten, das an vielen Stellen noch immer viel zu sorglos mit Lebensmitteln umgeht. Solange beides nebeneinander besteht, bleibt die Kritik an den Preisen nur die halbe Wahrheit.

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