Nach dem jüngsten Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta ist die große Mehrheit der geschätzt 50.000 irregulären Migranten, die in der Vorwoche dort ankamen, wieder abgereist. Der Zustrom hatte die Aufmerksamkeit erneut auf jene europäischen Exklaven gelenkt, die trotz Zäunen, Grenzanlagen oder der geografischen Lage am Meer als Ziel für Menschen auf der Flucht gelten.
Zu diesen Vorposten Europas zählen neben Ceuta auch die ebenfalls spanische Exklave Melilla sowie das französische Mayotte im Indischen Ozean. Alle drei Gebiete liegen geografisch außerhalb des europäischen Kernlands, gehören politisch aber zu EU-Mitgliedstaaten. Gerade diese Sonderstellung macht sie für Migranten zu Orten, an denen sie sich einen leichteren Zugang nach Europa erhoffen.
Ceuta und Melilla liegen an der nordafrikanischen Küste und sind seit Jahren durch hohe Grenzzäune gesichert. Dennoch versuchen immer wieder Menschen, dort in die EU zu gelangen. Im Fall von Mayotte ist es vor allem die Insellage, die das Gebiet zu einem wiederkehrenden Ziel von Migration macht. Trotz der Hindernisse bleiben diese Exklaven damit Brennpunkte an Europas Außengrenzen.
Marokko machte Falschinformationen in den sozialen Medien für den massiven Ansturm in Ceuta verantwortlich. Zudem verwies das Königreich auf ein Urteil eines spanischen Gerichts, wonach die sofortige Rückführung von auf See abgefangenen Migranten nicht möglich sei. Die Debatte um Ceuta zeigt damit auch, wie eng Migration, Grenzschutz und rechtliche Fragen an den Außengrenzen der EU miteinander verknüpft sind.
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