Grünen-Chefin Leonore Gewessler will ihre Partei beim Bundeskongress am Samstag in Graz als Gegenmodell zu einer aus ihrer Sicht resignativen Politik von ÖVP und SPÖ positionieren. Unter dem Motto „Fairer statt schwerer“ stellt sie das Thema Gerechtigkeit in den Mittelpunkt und kündigt an, einer möglichen Machtübernahme der FPÖ politisch entschlossen entgegenzutreten.
Gewessler sagte im APA-Interview, viele Menschen hätten das Gefühl, es werde nur noch Politik für Superreiche gemacht. Die Grünen wollten dem etwas entgegensetzen und nicht hinnehmen, dass das Land „kampflos“ der FPÖ überlassen werde. Damit setzt die frühere Klimaschutzministerin kurz vor dem Parteitag auf eine klare strategische Zuspitzung: soziale Fragen, Verteilungsdebatten und die Abgrenzung nach rechts.
Die Parteichefin sieht die Grünen dabei als Alternative zu dem, was sie als „Verwalten des Niedergangs“ durch die derzeitigen Regierungsparteien bezeichnet. Gemeint ist aus ihrer Sicht vor allem eine Politik, die auf Sicht fährt, ohne die wachsende soziale Unzufriedenheit ernsthaft zu beantworten. Mit dem Parteitag in Graz will Gewessler den Fokus deshalb auf leistbares Leben, faire Chancen und eine schärfere sozialpolitische Linie legen.
Der Auftritt kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Grünen nach dem Verlust der Regierungsbeteiligung wieder stärker als Oppositionspartei auftreten wollen. Für Gewessler ist das auch eine personelle Standortbestimmung: Sie präsentiert sich selbstbewusst und sucht die direkte Auseinandersetzung mit FPÖ-Chef Herbert Kickl, der in Umfragen und politischer Debatte weiter eine zentrale Rolle spielt. Der Bundeskongress in Graz soll dafür die parteipolitische Kulisse liefern.









