Ein Jahr nach dem umstrittenen Polizeieinsatz am Peršmanhof hat die Antifa Koroška in Völkermarkt gegen den Bezirkshauptmann demonstriert und Aufklärung gefordert. Die Aktivisten kritisierten die Behördenführung für den Umgang mit dem Einsatz und stellten den Fall am Montag erneut öffentlich in den Mittelpunkt.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Demonstration verwandelten Mitglieder der Antifa Koroška den Kommissionsbericht zu dem Vorfall symbolisch in ein Zelt. Damit wollten sie auf ihre Kritik an den bisherigen Ermittlungen und an der politischen Aufarbeitung aufmerksam machen. Der Protest richtete sich ausdrücklich gegen den Bezirkshauptmann von Völkermarkt.
Der Peršmanhof in Kärnten gilt seit Jahrzehnten als zentraler Erinnerungsort der slowenischen Volksgruppe und der antifaschistischen Bewegung. Der Polizeieinsatz dort hatte vor einem Jahr über die Landesgrenzen hinaus für Diskussionen gesorgt. Dass der Fall nun erneut auf die Straße getragen wurde, zeigt, dass die Aufarbeitung aus Sicht der Demonstrierenden weiter offen ist.
Für zusätzlichen Unmut sorgte laut dem Protestumfeld auch, dass Beamte der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt wegen der Demonstration früher ihren Dienst beendeten. Rechtsanwalt Rudi Vouk, der in der Causa wiederholt als Vertreter und Kritiker der Behörden auftrat, rechnet nach der Aktion mit Anklagen. Welche Schritte konkret folgen, blieb zunächst offen.
Die Kundgebung reiht sich in die anhaltende politische Debatte um den Umgang der Behörden mit dem Einsatz am Peršmanhof ein. Vor allem die Frage, ob das Vorgehen der Polizei und die anschließende Bearbeitung des Falls ausreichend und transparent waren, beschäftigt seit Monaten sowohl Aktivisten als auch Teile der Kärntner Politik.









