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Claudia Bauer lehnt schnellen EU-Beitritt der Ukraine ab

Redaktionelle Szene zum Thema „Claudia Bauer lehnt schnellen EU-Beitritt der Ukraine ab“

Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) hat sich gegen einen raschen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union ausgesprochen. Im Gespräch mit der deutschen „Welt am Sonntag“ kritisierte sie Präsident Wolodymyr Selenskyj und sagte, dieser sei in den vergangenen Monaten mehrfach dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum vorgeben wolle. Ein „Turbobeitritt auf Antrag“ gehe „natürlich nicht“, sagte Bauer.

Die Ministerin verwies damit auf die anhaltenden Differenzen in der Debatte über Tempo und Bedingungen einer EU-Erweiterung. Die Ukraine hatte nach dem russischen Angriffskrieg 2022 den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten und drängt seither auf weitere Schritte im Annäherungsprozess. In der Union gilt der Weg nach vorne jedoch als politisch und rechtlich anspruchsvoll, weil neben Reformen in der Ukraine auch die Zustimmung aller Mitgliedstaaten nötig ist.

Bauer gehört damit zu jenen Regierungsvertretern, die ein zügiges Verfahren skeptisch sehen. Der Ukraine-Beitritt ist in der EU zwar grundsätzlich politisch unterstützt, die konkrete Ausgestaltung bleibt aber umstritten. Vor allem Fragen der Rechtsstaatlichkeit, der wirtschaftlichen Belastbarkeit und der institutionellen Folgen für die Union spielen in den Verhandlungen eine zentrale Rolle.

Parallel dazu sprach sich Bauer für eine Reform der EU-Institutionen aus und plädierte dafür, die Zahl der EU-Kommissare zu reduzieren. Auch das ist Teil der breiteren Diskussion über die Arbeitsfähigkeit der Union vor einer möglichen Erweiterung. Je mehr Mitglieder die EU hat, desto stärker stellt sich die Frage, wie Kommission, Rat und Parlament organisiert werden müssen, um Entscheidungen effizient zu halten.

Der Kurs der Ministerin fügt sich in eine Debatte ein, die in mehreren Mitgliedstaaten an Schärfe gewonnen hat. Während Kiew auf rasche Fortschritte pocht, betonen Regierungen in der EU immer wieder, dass ein Beitritt nur nach erfüllten Kriterien möglich sei. Bauers Wortwahl unterstreicht, dass Österreich in dieser Frage auf strenge Bedingungen und ein geordnetes Verfahren setzt.

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