Nach dreieinhalb Jahren ist das Community Center für Ukraine-Vertriebene von „Train of Hope“ in Wien geschlossen. Am Freitag war in der Pfeiffergasse im 15. Bezirk der letzte Tag, an dem dort Menschen aus der Ukraine Hilfe, Kleidung, Sprachkurse und einen Ort für Begegnung fanden.
Der Grund für das Aus ist die gestrichene Förderung durch den Fonds Soziales Wien. Nach Angaben von „Train of Hope“ flossen zuletzt rund 600.000 Euro pro Jahr an Unterstützung nicht mehr. Die Stadt will sich bei der Grundversorgung auf die Kernleistungen konzentrieren. Für das Zentrum kam damit das Ende, obwohl nach wie vor monatlich etwa 1.000 Vertriebene nach Österreich kommen.
Im mehrstöckigen Neubau wurden täglich rund 400 Menschen versorgt und beraten. Im Erdgeschoß gab es eine kaffeehausähnliche Begegnungszone, dazu Sprachkurse, Kleidungsausgabe und praktische Hilfestellungen. Insgesamt wirkten nach Angaben von „Train of Hope“ rund 700 Freiwillige mit. In den vergangenen Jahren wurden dort zudem etwa 900 Workshops und 600 Kurse angeboten.
Am letzten Öffnungstag kamen noch einmal Besucherinnen und Besucher vorbei, um sich Kleidung abzuholen oder sich zu verabschieden. Für viele sei damit ein zentraler Anlaufpunkt weggebrochen, sagte Nina Andresen von „Train of Hope“. Sie sprach von Menschen, die nun „zum zweiten Mal ihr Zuhause“ verlören.
Auch Betroffene machten deutlich, welche Rolle das Zentrum gespielt hatte. Die 50-jährige Olena Demianchuk bedankte sich vor allem bei jenen, die Deutschkurse im Community-Center geleitet hatten. Diese hätten „wie niemand andere eine Brücke“ gebaut und ihre Arbeit mit großer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft gemacht, sagte sie.
Eine Perspektive für ein neues Community Center gibt es vorerst nicht. Die Spenden allein reichten dafür nicht aus. Andere Angebote von „Train of Hope“, darunter eine Lebensmittelausgabe, sollen nach Angaben der Organisation vorerst weiterlaufen.









