Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) will bei der geplanten Altersgrenze für Social Media auf zertifizierte Drittanbieter setzen. Kinder und Jugendliche sollen künftig nur dann Zugang zu Plattformen erhalten, wenn ihr Alter technisch überprüft wurde. Ein reines Verbot auf nationaler Ebene hält Pröll für den falschen Weg; die Verantwortung liege nicht bei den Eltern, sondern bei einer verbindlichen Kontrolle durch Anbieter.
„Wir stellen Eltern auch nicht frei, ob ein Zehnjähriger ein Glas Whisky trinken darf“, sagte Pröll. Mit diesem Vergleich unterstreicht er, dass der Staat bei besonders sensiblen Fragen klare Regeln vorgeben müsse. Die Debatte um Social Media für Kinder und Jugendliche sei nach seiner Ansicht nicht länger mit freiwilligen Maßnahmen zu lösen.
Nach den derzeitigen Plänen sollen die Details zum Vorhaben Anfang 2027 vorliegen. Der Gesetzesentwurf, der bereits für Ende Juni angekündigt war, befindet sich demnach in der finalen Abstimmung innerhalb der Koalition. Offen ist vor allem noch, wie das Alter der Nutzerinnen und Nutzer zuverlässig überprüft werden soll. Pröll kündigte an, dass dafür zertifizierte Drittanbieter eingebunden werden sollen.
Der Staatssekretär kritisierte zugleich nationale Verbote als „Versagen der EU“. Aus seiner Sicht braucht es europäische Lösungen, die in allen Mitgliedstaaten ähnlich funktionieren und nicht an den Grenzen enden. Die Bundesregierung arbeitet damit weiter an einem Modell, das den Zugang zu sozialen Netzwerken für Unter-14-Jährige einschränken soll, ohne sich allein auf Eigenverantwortung oder Appelle an die Eltern zu verlassen.
Pröll machte im Interview auch klar, dass die Frage ihn persönlich betrifft. Er sprach offen darüber, dass die bisherige Praxis aus seiner Sicht nicht ausreicht und die Nutzung sozialer Medien für Kinder strenger geregelt werden müsse. Die Regierung setzt damit den nächsten Schritt in einer Debatte fort, die in Österreich seit Monaten geführt wird und auch auf europäischer Ebene an Bedeutung gewinnt.









