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Spanien oder Argentinien? Warum Messi den Finaltipp kippen lässt

Redaktionelle Szene zum Thema „Spanien oder Argentinien? Warum Messi den Finaltipp kippen lässt“

Vor dem Finale zwischen Spanien und Argentinien hatte sich die Ausgangslage für viele Beobachter klar zugunsten der Spanier verschoben. Nach dem starken Halbfinalauftritt gegen Frankreich wirkten Luis de la Fuentes Spieler wie ein reifer Titelanwärter. Doch mit Lionel Messi im Endspiel gegen England ist die Rechnung noch einmal anders.

Spanien hatte im Turnierverlauf vor allem mit seiner spielerischen Reife überzeugt. Das Team fand Lösungen gegen den Ball, kam über ein geschlossenes Kollektiv zu Kontrolle und Wirksamkeit im letzten Drittel und setzte sich im Halbfinale deutlich durch. Besonders auffällig: Die Spanier wirkten in vielen Phasen abgezockter als die Konkurrenz und bestätigten damit den Eindruck, dass sie rechtzeitig zum entscheidenden Turnierabschnitt in Bestform sind.

Argentinien wiederum drehte das Halbfinale gegen England mit großem Willen und viel individueller Qualität. Im Zentrum steht dabei weiter Messi, der das Spiel der Südamerikaner prägt wie kaum ein anderer Akteur dieses Turniers. Seine Präsenz verändert nicht nur den Rhythmus im Ballbesitz, sondern auch die Herangehensweise des Gegners: Wer gegen Argentinien spielt, muss jederzeit mit einem Moment rechnen, der die Partie kippen kann.

Genau das sorgt für den Umdenken-Effekt vor dem Finale. Spanien bleibt die Mannschaft mit der klareren Struktur, dem eingespielteren Kollektiv und dem vielleicht stabileren Gesamtpaket. Argentinien bringt dafür den Spieler mit, der auf höchstem Niveau häufiger als jeder andere den Unterschied ausmachen kann. Messi ist in solchen Spielen nicht bloß ein Offensivfaktor, sondern ein strategischer Vorteil.

Für Spanien spricht, dass mehrere junge und zugleich schon erstaunlich abgeklärte Spieler das Turnier geprägt haben. Lamine Yamal hat dem Offensivspiel Dynamik gegeben, Rodri die Balance im Zentrum. Auch Torhüter Unai Simón und Innenverteidiger Pau Cubarsí haben gezeigt, dass sie auf diesem Niveau tragen können. Dennoch bleibt das Finale gegen Argentinien eine andere Aufgabe als das Halbfinale gegen Frankreich.

Der Titelkampf hängt damit an einem einfachen Gegensatz: Spanien steht für Struktur, Argentinien für den Ausnahmefußball eines Einzelnen. Und solange Messi in dieser Verfassung auf dem Platz steht, bleibt jeder Finaltipp angreifbar. Genau deshalb fällt die Entscheidung vor dem letzten Spiel dieses Turniers wieder offener aus als noch nach dem Halbfinale.

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