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Schutzzone an der Gumpendorfer Straße: Bilanz zwischen Fortschritt und Kritik

Redaktionelle Szene zum Thema „Schutzzone an der Gumpendorfer Straße: Bilanz zwischen Fortschritt und Kritik“

Seit 8. Mai gelten rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße in Wien-Mariahilf Schutzzonen-Maßnahmen gegen den Drogenhandel. Nach ersten Wochen zieht die Stadt eine vorsichtig positive Bilanz: Es gebe Verbesserungen, zugleich bleibe „Luft nach oben“. Anrainer berichten von mehr Ruhe und stärkerer Polizeipräsenz, die Opposition kritisiert das Vorgehen weiterhin scharf.

Im Kerngebiet um die U6-Station und den Fritz-Imhoff-Park kam es seit Inkrafttreten der Regelung zu 329 Betretungsverboten und 148 verwaltungsstrafrechtlichen Anzeigen. Die Anzeigen betreffen etwa die Missachtung von Wegweisungen oder Drogenkonsum. Die Schutzzone verschafft der Polizei mehr Handlungsspielraum, um gegen Probleme im Umfeld der Station vorzugehen.

Die Stadt ergänzt die Kontrollen mit mehr Sozialarbeit. Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, sprach von einer „wesentlichen Verbesserung“ rund um den Fritz-Imhoff-Park. Auch im Bereich der U-Bahn-Station und am Gürtel habe sich die Lage gebessert, man sei aber noch nicht dort, wo man hin wolle, sagte Lochner. Ziel sei es, die Polizei und andere Stellen enger zu verzahnen.

Zusätzlich richtet sich das Vorgehen auch gegen den Verkauf von Psychopharmaka und gegen Verstöße von Menschen in Substitutionsprogrammen, wenn sie beim Handel mit illegalen Substanzen oder Substitutionsmedikamenten erwischt werden. Dafür hat die Stadt nach eigenen Angaben ein beschleunigtes Verfahren eingerichtet: Die Polizei meldet Anzeigen rasch an die Gesundheitsbehörde, diese kontaktiert binnen ein bis zwei Tagen die behandelnden Ärzte und prüft Änderungen bei der Abgabeform.

Die politische Bewertung fällt dennoch gespalten aus. Die Wiener FPÖ hält die Schutzzone für gescheitert und macht das Suchthilfezentrum Jedmayer zum Kernproblem. Bezirksobmann Leo Lugner fordert eine Absiedlung an den Stadtrand in ein Gewerbegebiet. Auch die ÖVP bleibt kritisch und verlangt zusätzliche Videoüberwachung. Die Grünen wiederum wollen Suchthilfe stärker dezentralisieren und mehr Sozialarbeit in anderen Bezirken ausbauen.

Für Anrainer bleibt die Lage ein Alltagsthema. Zwar wird die Gegend teils als ruhiger beschrieben, die Diskussion über die richtige Mischung aus Kontrolle, Sozialarbeit und Standortpolitik dürfte aber weitergehen.

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