Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Stocker stellt Kanzlertour unter Regierungsauftrag und kündigt spätere Abrechnung an

Redaktionelle Szene zum Thema „Stocker stellt Kanzlertour unter Regierungsauftrag und kündigt spätere Abrechnung an“

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat seine Sommertour am Donnerstag in Tulln gestartet und die Termine ausdrücklich als Regierungsauftritte bezeichnet. Es handle sich nicht um eine Parteiveranstaltung, sagte Stocker vor dem ersten Bürgerdialog. Insgesamt sind neun Ländertermine geplant, pro Termin sollen bis zu 200 Personen teilnehmen.

Stocker betonte, er gehe dabei „ohne Netz und mit hohem Risiko“ auf die Leute zu. Weder die Fragen noch die teilnehmenden Personen habe er sich bestellen können, sagte er. Gerade dieser offene Zugang soll die Tour als direktes Gesprächsformat mit Bürgerinnen und Bürgern kennzeichnen.

Im Zentrum stand auch die Frage nach den Kosten der Reise durch die Bundesländer. Stocker nannte keine Summe, verwies aber darauf, dass die Endabrechnung vorgelegt werde. Auf die Nachfrage, ob die Tour den Steuerzahler etwas koste, sagte er knapp: „Es wird nicht null sein, selbstverständlich nicht.“

Die Sommertour ist damit auch ein politischer Test für den neuen Kanzler. Während Stocker die Termine in seiner Rolle als Regierungschef absolviert, bleibt die Nähe zur ÖVP trotzdem mitgedacht: Die Tour führt durch mehrere Bundesländer und ist auf größere Bürgerbeteiligung ausgelegt als klassische Pressetermine. Mit der Zusage einer späteren Abrechnung reagiert der Kanzler auch auf die naheliegende Frage, wie solche Formate finanziell zu bewerten sind.

Der Auftakt in Tulln markiert den Beginn einer Reihe von Gesprächen, mit denen Stocker in den kommenden Wochen unterschiedliche Teile des Landes erreichen will. Inhaltlich setzt die Regierung damit auf Präsenz vor Ort und auf direkte Ansprache in einer Phase, in der politische Kommunikation zunehmend auf öffentliche Begegnungen statt auf reine Medienauftritte setzt.

Diesen Artikel teilen