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Wiener Zeichner wird mit Porträts aus den Öffis zum Social-Media-Phänomen

Redaktionelle Szene zum Thema „Wiener Zeichner wird mit Porträts aus den Öffis zum Social-Media-Phänomen“

Gabriel Espinal zeichnet in den Wiener Öffis fremde Fahrgäste und filmt sich dabei. Mit den kurzen Videos erreicht der Künstler in sozialen Netzwerken teils Millionen Aufrufe und hat sich damit eine beachtliche Reichweite aufgebaut.

Das Prinzip ist einfach und im dichten Alltag des öffentlichen Verkehrs sofort verständlich: Espinal beobachtet, skizziert Menschen in Straßenbahn, Bus oder U-Bahn und hält den Entstehungsprozess als Video fest. Gerade diese Mischung aus spontaner Begegnung, schneller Beobachtung und Zeichnen im öffentlichen Raum scheint für viele Nutzerinnen und Nutzer den Reiz auszumachen.

Dass solche Clips weit über Wien hinaus funktionieren, passt in eine Zeit, in der kurze Social-Media-Formate oft stärker wirken als klassische Porträtkunst im Atelier. Die Videos setzen auf einen Moment, der flüchtig ist und dennoch etwas Intimes erzeugt: Ein Fremder wird für wenige Minuten zum Motiv. Für den Künstler bedeutet das Sichtbarkeit, für das Publikum eine Form von Straßenkunst, die direkt im Alltag ansetzt.

Wien bietet dafür offenbar die passende Bühne. Die Stadt ist mit ihrem dichten Netz an Öffis ein Ort, an dem täglich Tausende Menschen einander begegnen, ohne miteinander in Kontakt zu treten. Genau diese anonyme Öffentlichkeit macht die Szene für Social Media anschlussfähig: Die Begegnung bleibt kurz, das Ergebnis ist ein persönliches Porträt.

Der Erfolg solcher Inhalte zeigt auch, wie sehr sich Kunstverbreitung verändert hat. Nicht nur fertige Werke, sondern auch der Entstehungsprozess selbst wird zum Produkt. Im Fall von Espinal ist es gerade das Filmen des Zeichnens, das aus einer alltäglichen Beobachtung ein Format mit internationaler Reichweite macht.

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