Die Landwirtschaftskammern schlagen in Klagenfurt Alarm: Bei ihrer Präsidentenkonferenz auf Schloss Krastowitz warnen sie vor möglichen Kürzungen bei EU-Förderungen und vor weiterem Hofsterben. Zugleich verweisen sie auf sinkende Preise für Milch, Schweinefleisch und Rindfleisch sowie auf steigende Kosten für Energie und Dünger.
Nach Angaben der Kammerpräsidenten ist die Lage für viele Betriebe angespannt. Kärntens Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber sprach von einem bislang ungekannten Druck auf die Höfe. Neben der Trockenheit belasteten internationale Marktverschiebungen die Bauern zusätzlich. So bleibe etwa mehr Rindfleisch in der EU, weil polnische Produzenten weniger in den Iran exportieren könnten. Das drückt die Preise auch am heimischen Markt.
Österreichs oberster Bauernvertreter Josef Moosbrugger übte zugleich Kritik an der EU-Agrarpolitik. Er befürchtet, dass die Bauern künftig bis zu 20 Prozent weniger Geld aus Brüssel bekommen könnten. Europa dürfe die Versorgung mit Lebensmitteln nicht zugunsten militärischer Aufrüstung schwächen, sagte er sinngemäß. Die Landwirtschaft brauche Unabhängigkeit, um in Krisen nicht auf andere Länder angewiesen zu sein.
Die Debatte fällt in eine Phase, in der sich die Kammervertreter auch auf den bevorstehenden Wahlkampf zur Landwirtschaftskammerwahl einstellen. In Kärnten werden die bäuerlichen Interessenvertreter am 25. Oktober neu gewählt. Für die Funktionäre ist das auch ein politisches Signal: Die Sorgen der Bauern reichen von den Einkommen über die Marktpreise bis zur künftigen Förderpolitik aus Brüssel.
Gleichzeitig verweisen die Kammern darauf, dass es in den eigenen Strukturen bereits Einschnitte gegeben habe. In Kärnten seien 25 Stellen in der Bauernkammer abgebaut worden, sagte Huber. Ein großes Sparpaket wie in der Wirtschaftskammer sehen die Präsidenten derzeit dennoch nicht.









