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Medikamentenausgaben steigen weiter, Apothekennetz so dicht wie nie

Redaktionelle Szene zum Thema „Medikamentenausgaben steigen weiter, Apothekennetz so dicht wie nie“

Österreich hat so viele Apotheken wie noch nie, zugleich steigen die Ausgaben für Medikamente weiter kräftig an. Das geht aus dem ersten Heilmittelreport der Sozialversicherung hervor, der die Versorgung mit Arzneimitteln in Österreich und deren Kosten in den Blick nimmt. Neue Medikamente sind hierzulande demnach oft schneller verfügbar als in vielen anderen EU-Staaten.

Der Bericht verweist damit auf einen bekannten Zielkonflikt im Gesundheitssystem: Eine dichte Apothekeninfrastruktur und rascher Zugang zu innovativen Präparaten verbessern die Versorgung, treiben aber die Rechnung nach oben. Gerade bei neuen Wirkstoffen schlagen die Kosten besonders stark zu Buche. Für die Sozialversicherung bedeutet das zusätzlichen Druck, weil Arzneimittelausgaben ein wesentlicher Kostenblock im Gesundheitswesen sind.

Dichte Versorgung, hoher Preis

Österreich zählt seit Jahren zu jenen Ländern Europas, in denen Medikamente vergleichsweise gut verfügbar sind. Das hängt auch mit dem engmaschigen Apothekennetz zusammen. Für Patientinnen und Patienten verkürzt das Wege und Wartezeiten, für das System insgesamt ist es jedoch teuer. Der Heilmittelreport zeigt laut den vorliegenden Angaben, dass diese hohe Versorgungsdichte nicht ohne Folgen für die öffentlichen Ausgaben bleibt.

Besonders ins Gewicht fallen dabei neue Arzneimittel, die in Österreich häufig früher auf den Markt kommen als in anderen EU-Ländern. Das verbessert den Zugang zu modernen Therapien, erhöht aber zugleich den finanziellen Druck auf die Krankenkassen. Welche Präparate im einzelnen besonders teuer sind, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Klar ist aber, dass die Medikamentenkosten weiter steigen und damit auch die Debatte über Preisentwicklung und Finanzierbarkeit anheizen.

Debatte über Versorgung und Finanzierung

Der Heilmittelreport dürfte damit auch die Frage neu befeuern, wie sich eine flächendeckende, schnelle Versorgung mit Arzneimitteln langfristig finanzieren lässt. Für die Sozialversicherung ist das heikel: Sie muss einerseits den Zugang zu neuen Therapien sichern, andererseits die Ausgaben im Griff behalten. In einem System mit ohnehin hoher Versorgungsdichte wird jeder weitere Kostenschub rasch zu einer gesamtpolitischen Frage.

Für Österreich ist das Ergebnis des Berichts deshalb mehr als eine statistische Bestandsaufnahme. Es zeigt ein Gesundheitssystem, das seinen Versorgungsstandard hoch hält, dafür aber immer mehr Mittel aufwenden muss. Wie stark sich das künftig auf Beiträge, Budget und Preisverhandlungen auswirkt, wird in den kommenden Monaten eine zentrale Frage bleiben.

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