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Seit 1885 war es in mehreren Regionen nicht mehr so trocken

Redaktionelle Szene zum Thema „Seit 1885 war es in mehreren Regionen nicht mehr so trocken“

In mehreren Teilen Österreichs ist die Trockenheit heuer so ausgeprägt wie seit Beginn der Messreihe im Jahr 1885 nicht mehr. Betroffen sind nach Angaben von GeoSphere Austria unter anderem das Wiener Becken, das Innviertel, das Wald- und Weinviertel sowie Teile des Burgenlands. Dort fielen in den vergangenen Monaten deutlich zu geringe Niederschläge.

Die aktuelle Lage reiht sich in eine Serie trockener Jahre ein, die den Wasserkreislauf in vielen Regionen belastet. Besonders heikel ist die Situation dort, wo Böden und Grundwasser schon vor Beginn der warmen Jahreszeit unterdurchschnittlich gefüllt waren. Dann reicht auch punktueller Regen oft nicht aus, um die Defizite auszugleichen.

Mehrere Landesteile besonders betroffen

Nach den von GeoSphere Austria ausgewiesenen Daten zählen nicht nur klassische trockene Regionen zu den Problemzonen. Auch in Teilen des Ostens und Nordostens des Landes ist die Lage heuer ungewöhnlich angespannt. Für die Landwirtschaft bedeutet das teils gestresste Kulturen, geringere Bodenfeuchte und einen höheren Bewässerungsbedarf. Auch Wälder reagieren auf längere Trockenphasen empfindlich, weil junge Bäume und flach wurzelnde Bestände schneller unter Wasserstress geraten.

Für die öffentliche Wasserversorgung ist die Situation derzeit zwar nicht in allen Regionen gleich, doch Trockenperioden dieser Art erhöhen den Druck auf Quellen, Brunnen und Speicherstände. In Niederungen und Beckenlagen kann sich der Mangel an Niederschlag rasch auf die Landwirtschaft, auf Grünflächen und auf kleinere Gewässer auswirken. Je länger die Trockenheit anhält, desto stärker treten auch Folgen wie erhöhter Wasserverbrauch, niedrigere Pegel und eine stärkere Austrocknung der Böden zutage.

Warnsignal für Sommer und Herbst

Die Messungen machen deutlich, wie ungewöhnlich die aktuelle Entwicklung ist. Dass einzelne Gebiete seit 1885 nicht mehr so trocken waren, unterstreicht die Spannweite der Niederschlagsdefizite. Vor allem im Wiener Becken und in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlands ist die Lage ein Hinweis darauf, dass sich Trockenphasen nicht mehr auf einzelne Wochen beschränken, sondern regionale Langzeitfolgen entfalten können.

Wie sich die Situation weiterentwickelt, hängt wesentlich vom Wetter der kommenden Wochen ab. Bleiben größere Regenmengen aus, verschärfen sich die Auswirkungen auf Böden, Vegetation und Wasserreserven weiter. Kommt es dagegen zu länger anhaltendem Niederschlag, kann sich die Lage zumindest vorübergehend entspannen. Für viele Regionen bleibt die Trockenheit aber ein Thema, das über den Sommer hinaus Folgen haben dürfte.

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