Eine Mehrheit der Jüngeren spricht sich für eine Volksbefragung zu unterschiedlichen Wehrdienstmodellen aus. Laut einer aktuellen Erhebung wünschen sich 50 Prozent eine Abstimmung über das Thema, das vor allem die jüngeren Jahrgänge direkt betreffen würde. Insgesamt wächst damit auch der Wunsch nach mehr direkter Demokratie bei sicherheits- und wehrpolitischen Fragen.
Die Debatte ist politisch relevant, weil Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) zu Jahresbeginn selbst eine Volksbefragung zur Verlängerung des Wehrdienstes in Aussicht gestellt hatte. Der Vorschlag war damals ohne vorherige Absprache mit den Koalitionspartnern SPÖ und Neos erfolgt und hatte in der Regierung für Irritationen gesorgt. Eine konkrete Umsetzung ist inzwischen in weite Ferne gerückt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Österreich beim derzeitigen Wehrsystem bleibt oder über Änderungen breiter in der Bevölkerung diskutiert werden soll. Der Wehrdienst dauert in Österreich seit 2013 sechs Monate, nachdem sich die Bevölkerung 2013 in einer Volksbefragung klar für die Beibehaltung der Wehrpflicht ausgesprochen hatte. Eine erneute Abstimmung über eine Verlängerung würde damit einen grundsätzlichen politischen Kurswechsel markieren.
Für die Regierung ist das Thema heikel, weil es nicht nur die Verteidigungspolitik betrifft, sondern auch das Verhältnis zwischen repräsentativer Entscheidung und direkter Demokratie. Dass gerade die jüngeren, unmittelbar betroffenen Generationen mehr Mitsprache verlangen, erhöht den Druck auf die Parteien, ihre Positionen zur Zukunft des Wehrdienstes klarer zu formulieren.









