Die Schriftstellerin Christine Wunnicke wird mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Die in München lebende Autorin erhält damit die wichtigste Literaturauszeichnung im deutschsprachigen Raum, die jährlich von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vergeben wird.
Wunnicke, 59 Jahre alt, ist vor allem für schmale, präzise gearbeitete Romane bekannt, in denen sie historische Stoffe mit sprachlicher Leichtigkeit und genauer Recherche verbindet. Zu ihren jüngeren Büchern zählt Wachs, ein Roman über zwei Frauen im Paris des 18. Jahrhunderts: die Anatomin Marie Biheron und die Botanikerin Madeleine Basseporte. Bereits in früheren Arbeiten führte sie ihre Leserinnen und Leser etwa nach Hollywood vor dessen Glanzzeit, auf die indische Insel Elephanta oder ins Japan des 17. Jahrhunderts.
Mit der Auszeichnung würdigt die Jury eine Autorin, die sich in der Öffentlichkeit selten zeigt, literarisch aber seit Jahren eine unverwechselbare Position einnimmt. Wunnickes Bücher sind oft knapp, historisch weit gespannt und zugleich von einem feinen, ironischen Ton geprägt. Gerade diese Mischung hat ihr in der deutschsprachigen Literatur ein eigenständiges Profil verschafft.
Der Georg-Büchner-Preis zählt neben dem Ingeborg-Bachmann-Preis zu den renommiertesten literarischen Preisen im deutschsprachigen Raum, ist aber vor allem als Auszeichnung für das Gesamtwerk von Autorinnen und Autoren bekannt. Zu den früheren Preisträgerinnen und Preisträgern gehören etwa Elfriede Jelinek, Herta Müller, Peter Handke und Rainald Goetz.
Die Preisvergabe unterstreicht damit erneut den Stellenwert von Wunnickes Werk, das abseits des literarischen Mainstreams entstanden ist und dennoch seit Jahren kritische Aufmerksamkeit findet. Dass eine Autorin mit vergleichsweise schlankem Œuvre nun den Büchner-Preis erhält, passt zu einer Literatur, die auf Präzision statt auf Umfang setzt.









