Nach dem Angriff auf einen Taxifahrer am Rande eines Burschenschafter-Treffens in Leoben gerät die FPÖ wegen möglicher Verbindungen in die rechtsextreme Szene erneut unter politischen Druck. Gegen einen Mann, der bis vor Kurzem parlamentarischer Mitarbeiter eines FPÖ-Abgeordneten war und der Identitären Bewegung zugerechnet wird, ermittelt die Staatsanwaltschaft nach Angaben aus dem Umfeld des Falls wegen des Verdachts der Wiederbetätigung und versuchter schwerer Körperverletzung.
Der Vorfall ereignete sich demnach am 20. Juni bei einer Veranstaltung der Burschenschaft „Leder“ in Leoben. Der Taxifahrer soll sich geweigert haben, Burschenschafter zu befördern, nachdem diese Nazi-Parolen skandiert hätten. Als er bis zum Eintreffen der Polizei verhindern wollte, dass die Gruppe flüchtet, sei es zu dem Übergriff gekommen. Dem Ex-Mitarbeiter und weiteren Beteiligten wird vorgeworfen, den Mann attackiert zu haben.
Für die FPÖ ist der Fall heikel, weil die Diskussion über Mitarbeiter mit Nähe zu rechtsextremen Kreisen seit Wochen anhält. Die Partei verweist darauf, dass der in der Causa genannte Mann kein aktueller Mitarbeiter mehr sei. Über den Vorfall selbst wisse man nichts Näheres, heißt es aus dem Umfeld der Freiheitlichen.
Die Opposition fordert dennoch Konsequenzen. Grünen-Rechtsextremismussprecher Lukas Hammer sprach von dringendem „Erklärungs- und Handlungsbedarf“ für die FPÖ. Die Partei müsse offenlegen, wie viele Mitarbeiter mit rechtsextremen Kontakten in ihren Reihen arbeiten, und sich von ihnen trennen. Hammer kündigte parlamentarische Anfragen an, unter anderem an FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und an das Innenministerium.
Im Fokus steht dabei auch die Frage, ob die Polizei bei dem Einsatz vor Ort korrekt gehandelt hat. Der Fall reiht sich in eine Serie von Debatten ein, in denen Verbindungen zwischen FPÖ-Mandataren, Mitarbeitern und Akteuren aus der rechtsextremen Szene für politische Spannungen sorgen.









