US-Präsident Donald Trump hat seine enge Beziehung zum israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu demonstrativ zur Schau gestellt. Nach einem Bericht sprach Trump davon, Netanyahu wisse genau, „wer der Boss ist“. Die Wortwahl passt zu Trumps Selbstverständnis als politischer Taktgeber im Verhältnis zwischen Washington und Jerusalem.
Trump und Netanyahu verbindet seit Jahren ein enger, zugleich immer wieder von Spannungen geprägter Kontakt. Schon in Trumps erster Amtszeit galt der Republikaner als einer der wichtigsten internationalen Unterstützer des israelischen Premiers. Er verlegte die US-Botschaft nach Jerusalem, erkannte die Souveränität Israels über die Golanhöhen an und drängte auf eine Neuordnung des Nahost-Kurses, die in Israel auf breite Zustimmung stieß.
Der aktuelle öffentliche Schulterklopfer ist auch deshalb bemerkenswert, weil sich das Verhältnis der beiden Politiker in einer Phase verschärfter regionaler Krisen abspielt. Seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Krieg im Gazastreifen steht Netanyahu international unter starkem Druck. Die USA bleiben Israels wichtigster Verbündeter, zugleich bemüht sich Washington immer wieder um Einfluss auf das weitere Vorgehen der israelischen Regierung.
Trumps Aussage dürfte in Israel unterschiedlich aufgenommen werden. Für Anhänger Netanyahus unterstreicht sie die enge Bindung an den wahrscheinlich künftig wieder dominierenden Akteur im Weißen Haus. Kritiker sehen darin eher eine Bestätigung dafür, dass Trump Außenpolitik vor allem als Frage persönlicher Hierarchien und Loyalitäten versteht. Politisch relevant bleibt die Beziehung auch mit Blick auf mögliche künftige Entscheidungen über Waffenlieferungen, einen möglichen Waffenstillstand und die Rolle der USA in der Region.
Netanyahu ist damit erneut in einer Konstellation, in der das Verhältnis zu den USA zentral bleibt. Für den israelischen Regierungschef ist die Rückendeckung aus Washington außenpolitisch entscheidend. Für Trump wiederum ist Netanyahu ein Partner, mit dem er sich gern öffentlich inszeniert – und dessen Auftreten er sichtlich in eine Machtlogik einordnet, die auf seine eigene Person zugeschnitten ist.









