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Litauen ringt mit Ballons und Drohnen an der Nato-Ostflanke

Redaktionelle Szene zum Thema „Litauen ringt mit Ballons und Drohnen an der Nato-Ostflanke“

In Litauen sorgen seit Monaten wiederkehrende Ballons für Störungen im Flugverkehr – und an der Nato-Ostflanke wächst zugleich die Sorge vor Drohnen. Die Sicherheitslage an der Grenze zu Belarus bleibt angespannt, weil die Behörden bislang nur begrenzte Mittel gegen die Flugobjekte haben.

Mehrfach mussten in Litauen bereits Flüge aus Sicherheitsgründen unterbrochen oder umgeleitet werden, nachdem große Ballons in den Luftraum eingedrungen waren. Betroffen ist vor allem der Flughafen von Vilnius, der wegen seiner Lage nahe der Grenze besonders verwundbar ist. Die Ballons werden nach litauischen Angaben vor allem mit Schmuggel in Verbindung gebracht. Sie werden häufig verwendet, um Zigaretten aus Belarus über die Grenze zu transportieren.

Das Problem dauert seit knapp einem Jahr an und hat sich zu einer politischen und sicherheitspolitischen Frage entwickelt. Denn Litauen sieht sich nicht nur mit illegalen Grenzübertritten aus der Luft konfrontiert, sondern auch mit der allgemeinen Bedrohung durch Drohnen, die im Krieg Russlands gegen die Ukraine zu einem zentralen Mittel geworden sind. Im Nato-Raum an der Ostflanke wird deshalb stärker diskutiert, wie zivile Infrastruktur gegen solche Luftobjekte geschützt werden kann.

Ein ehemaliger Oberst weist darauf hin, dass es gegen die Ballons bisher keine wirksame Handhabe gebe. Genau das macht die Lage für die Behörden heikel: Was nach Schmuggel wirkt, kann zugleich die Reaktionsfähigkeit der Sicherheitskräfte testen und den Luftverkehr lahmlegen. Für Litauen ist das auch deshalb brisant, weil das Land seit Jahren zu den lautesten Unterstützern einer harten Nato-Linie gegenüber Russland zählt und an der Grenze zu Belarus besonders exponiert ist.

Die wiederholten Vorfälle zeigen damit ein grundsätzliches Problem an der Nato-Ostflanke: Nicht nur militärische Bedrohungen, sondern auch vergleichsweise einfache Mittel wie Ballons können den Alltag und die Sicherheit empfindlich stören. Für Litauen bleibt damit die Frage offen, wie sich Flughäfen, Grenzen und Luftraum künftig besser absichern lassen.

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