Die Wietersdorfer Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent verzeichnet, blickt aber dennoch zuversichtlich auf das laufende Jahr. Der international tätige Kärntner Industriekonzern verweist dabei auf ein schwieriges Umfeld mit schwacher Investitionstätigkeit, anhaltendem Preisdruck und den Folgen der US-Zollpolitik.
Geschäftsführer Hannes Gailer sprach von spürbaren Belastungen vor allem im US-Geschäft. Für die Rohr-Produktion in den Vereinigten Staaten müssten Harze und Glasfaser importiert werden, sagte er. Die wiederkehrenden Zolländerungen von US-Präsident Donald Trump hätten das Unternehmen getroffen; die Größenordnung des Ergebnisausfalls liege bei acht bis zehn Millionen US-Dollar.
Der Konzern setzte im Vorjahr rund 1,1 Milliarden Euro um. Trotz des leichten Rückgangs will Wietersdorfer weiter investieren. Ausgebaut werden sollen vor allem Standorte in der Türkei, in Slowenien und in Afrika. Das Geschäft in Europa bleibt für die Gruppe besonders wichtig: Rund drei Viertel des Umsatzes von etwa einer Milliarde Euro entfallen auf den Kontinent.
Im Kärntner Görtschitztal sind zudem Investitionen von drei Millionen Euro in sogenannten grünen Zement geplant. Dabei geht es um Zement mit geringerem Klinkeranteil, was auch den CO2-Ausstoß senken soll, wie Gailer erläuterte.
Ein wichtiger Treiber der Bilanz war Italien, wo der Umsatz um 37,9 Prozent zulegte. Dort übernahm Wietersdorfer ein Zementwerk in Fanna bei Udine. Das brachte laut Unternehmensangaben rund 40 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz und soll die Position im Alpe-Adria-Raum absichern.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld schwierig. In Europa seien die Rahmenbedingungen schlecht, politische Verhandlungen verliefen oft ohne Ergebnis, hieß es bei der Bilanzpräsentation. Das habe bereits zu Werksschließungen in Deutschland und Polen geführt, verbunden mit 130 Kündigungen. Michael Junghans verwies zudem auf die Kostenstruktur in der Rohrproduktion: Es sei teils billiger, ein Rohr aus der Südtürkei nach Hamburg auf die Baustelle zu liefern als aus einem Werk in Neubrandenburg.
Auch für das neue Geschäftsjahr erwartet der Konzern Gegenwind. Junghans nannte den Iran-Krieg, die Ölpreis-Entwicklung und die daraus folgenden höheren Rohstoffkosten als Belastungsfaktoren. Gleichzeitig schwäche die Nachfrage, was Preiserhöhungen zusätzlich erschwere.









