Bei einem Schusswechsel im kanadischen Montréal sind drei Menschen getötet worden, darunter ein Polizist und der mutmaßliche Täter. Die Polizei schloss nach den ersten Ermittlungen ein terroristisches Motiv aus. Nach Angaben kanadischer Medien soll der Angreifer der sogenannten Incel-Bewegung angehangen und ein antifeministisches Manifest hinterlassen haben.
Der Vorfall ereignete sich in der Millionenstadt in der Provinz Québec. Das Opfer unter den Einsatzkräften wurde bei dem Schusswechsel getötet, ebenso der Täter selbst. Weitere Details zum Ablauf der Tat und zu möglichen weiteren Beteiligten wurden zunächst nicht genannt.
Ermittlungen zu Motiv und Hintergrund
Im Zentrum der Ermittlungen steht nun die Frage nach dem Motiv. Die Behörden stuften die Tat nach bisherigem Stand nicht als Terrorakt ein. Incel steht für „involuntary celibate“, also unfreiwillig enthaltsam. Der Begriff wird für eine online vernetzte Szene verwendet, in der sich vor allem Männer über Zurückweisung und Frustration gegenüber Frauen und Beziehungen austauschen. Teile dieser Bewegung werden immer wieder mit misogynen und gewaltverherrlichenden Inhalten in Verbindung gebracht.
Kanadische Medien berichteten, der Täter habe ein Manifest verfasst. Eine offizielle Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Solche Schriften werden bei der Auswertung politisch oder ideologisch motivierter Gewalttaten häufig geprüft, weil sie Hinweise auf Planung, Radikalisierung oder die Auswahl der Opfer geben können.
Montreal ist wiederholt Schauplatz schwerer Polizeieinsätze und Gewaltdelikte, doch Angriffe mit mehreren Toten und einem getöteten Beamten sind auch für die größte Stadt der Provinz Québec außergewöhnlich. Die Ermittlungen dürften sich nun darauf konzentrieren, wie der Täter bewaffnet war, welche Kontakte er hatte und ob die Tat angekündigt oder vorbereitet worden war.









