Andreas Herzog hofft vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 auf einen Fortschritt der USA im internationalen Vergleich. Der frühere ÖFB-Teamspieler und Ex-Co-Trainer des US-Teams sagte, die Mannschaft müsse „endlich in der Weltspitze auftauchen“. Für Herzog hat das Turnier in den USA auch persönliche Bedeutung: Er wird die Endrunde als TV-Experte begleiten und damit erstmals bei einer WM vor Ort in dieser Rolle arbeiten.
Der 57-Jährige war bereits 1990 in Italien und 1998 in Frankreich als Spieler bei einer Weltmeisterschaft dabei, 2014 fungierte er in Brasilien als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann beim US-Team. 2026 kehrt er nun erneut in die USA zurück. Auf der Anreise landete Herzog am Dienstagabend in Los Angeles. Der WM-Trip führt ihn damit auch an einen vertrauten Ort: In seiner aktiven Karriere spielte der Wiener zuletzt auch für LA Galaxy.
Herzog sieht den Fußball in den Vereinigten Staaten auf einem anderen Niveau als noch vor Jahren. Die Major League Soccer habe sich deutlich entwickelt, sagte er. Es gehe nicht mehr nur darum, alternde Stars aus Europa zu verpflichten. Stattdessen kämen immer mehr junge Spieler aus Südamerika in die Liga, die nicht sofort nach Europa wechseln oder den Sprung dorthin schaffen. Dadurch sei das Tempo höher geworden, die Liga intensiver und insgesamt besser als früher.
Als Zugpferd der MLS nannte Herzog zwar weiterhin Lionel Messi, zugleich verwies er aber auf das veränderte Profil der Liga. Sie könne inzwischen auch ein Sprungbrett sein. Gerade für junge Profis sei die MLS eine Station, von der aus der nächste Karriereschritt gelingen könne. Für das US-Team sei diese Entwicklung wichtig, wenn es bei einer Heim-WM sportlich nachhaltig profitieren wolle.
Für Herzog selbst ist die WM 2026 die vierte Endrunde seiner Laufbahn, die er nun aus einer neuen Perspektive erlebt. Dass der ÖFB sein Teamquartier in Santa Barbara plant, habe seinen Wunsch verstärkt, als Experte dabei zu sein. Er habe sich dafür auch bei seinem Arbeitgeber Sky bedankt, dass er für den ORF freigegeben wurde. In Kalifornien verbindet Herzog persönliche Erinnerungen mit einem sportlichen Auftrag – und mit der Frage, wie weit die USA als Fußballnation wirklich schon sind.









