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ÖFB-Kader für die WM: Warum nicht alle Spieler zum Einsatz kommen werden

Redaktionelle Szene zum Thema „ÖFB-Kader für die WM: Warum nicht alle Spieler zum Einsatz kommen werden“

Im ÖFB-Kader für die Weltmeisterschaft wird nicht jeder Spieler auf dem Platz stehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Nominierten auch tatsächlich zu Einsatzminuten kommen, ist gering – und doch wäre es voreilig, einige Profis nur als Mitreisende abzutun. Gerade bei Großturnieren braucht es mehr als die elf Stammkräfte, weil Verletzungen, Sperren, Formschwankungen und taktische Anpassungen die Rollen im Team schnell verschieben können.

Für Spieler aus der zweiten Kader-Reihe bedeutet das eine spezielle Situation: Sie trainieren über Wochen auf höchstem Niveau mit, müssen im Alltag aber oft mit der Aussicht leben, zunächst außen vor zu bleiben. Im Turnierverlauf kann sich das allerdings rasch ändern. Schon in der Vergangenheit rückten bei der Nationalmannschaft immer wieder Akteure nach, die ursprünglich nicht als erste Wahl galten, später aber durch Ausfälle oder einen Systemwechsel wichtige Minuten bekamen.

Große Turniere leben von Ersatzspielern

Dass ein WM-Kader mehr ist als die Summe seiner Startelf, gehört zum Grundprinzip des internationalen Fußballs. Bei einer Weltmeisterschaft stehen nicht nur Leistungsträger im Fokus, sondern auch jene Spieler, die im Hintergrund bereitgehalten werden müssen. Für den Teamchef sind sie wertvoll, weil sie Trainingstempo, Konkurrenzdruck und Optionen in mehreren Mannschaftsteilen sichern.

Gerade im ÖFB-Team ist diese Frage nicht neu. Bei früheren Turnieren und großen Endrunden waren stets auch Spieler dabei, die nur vereinzelt oder gar nicht zum Einsatz kamen. Dennoch können solche Nominierungen sportlich sinnvoll sein, weil sie dem Kader Breite geben und im Ernstfall eine sofortige Reaktion ermöglichen. Wer heute noch als Ergänzungsspieler gilt, kann wenige Tage später plötzlich eine Schlüsselrolle übernehmen.

Warum ein vorschnelles Urteil trügen kann

Für die Betroffenen ist das Leben in der zweiten Reihe oft ein Balanceakt. Einerseits ist die Nominierung für eine WM eine Auszeichnung, andererseits bleibt die sportliche Bewährungsprobe mitunter aus. Das mindert den Wert einer Kaderberufung aber nicht automatisch. Im Spitzenfußball entscheiden oft Kleinigkeiten darüber, wer aufläuft und wer auf der Bank bleibt.

Im ÖFB-Team dürfte genau diese Dynamik auch diesmal gelten. Ein großer Turnierkader ist nicht nur für die ersten Spiele gebaut, sondern für mehrere mögliche Verläufe. Deshalb sollten Spieler, die zunächst wenig oder gar nicht eingesetzt werden, nicht vorschnell als „Touristen“ abgestempelt werden. Ihre Rolle kann sich binnen eines Spiels, manchmal sogar binnen weniger Minuten, grundlegend verändern.

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