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Eltern drängen auf kürzere Sommerferien – Regierung sieht keinen Handlungsbedarf

Redaktionelle Szene zum Thema „Eltern drängen auf kürzere Sommerferien – Regierung sieht keinen Handlungsbedarf“

Die Forderung nach nur sechs Wochen Sommerferien gewinnt in Österreich an Gewicht: Der Landesverband der Wiener Pflichtschulelternvereine verlangt eine Verkürzung der bisherigen neun Wochen, unterstützt wird der Vorstoß von den Grünen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) stellt sich vorerst quer und verweist auf die bestehende Sommerschule.

Für viele Eltern ist die lange Pause ein organisatorisches Problem. Neun Wochen ohne Schule stehen den in Österreich üblichen fünf Urlaubswochen vieler Erwerbstätiger gegenüber. Hinzu kommen weitere Ferienzeiten im Schuljahr wie Herbst-, Weihnachts-, Semester- und Osterferien. Aus Sicht der Elternvertretung lässt sich die Betreuung in den Sommermonaten damit nur schwer bewältigen.

Der Ruf nach einer Reform ist nicht neu, politisch aber heikel. Eine Verkürzung der Sommerferien würde den Schuljahreskalender grundlegend verändern und hätte Folgen für Familien, Schulen, Freizeitangebote und Ferienbetreuung. Vor allem in den längeren Ferienblöcken sind viele Eltern auf zusätzliche Betreuungsformen angewiesen.

Die Bundesregierung plant allerdings derzeit keine Änderung. Wiederkehr betonte, die Frage einer Verkürzung stelle sich aktuell nicht. Statt einer Verlängerung des Unterrichtszeitraums verweist das Bildungsressort auf die Sommerschule, die in den Ferien Lernrückstände abbauen und den Übergang ins neue Schuljahr erleichtern soll.

In Österreich gehören die Sommerferien traditionell zu den längsten in Europa. Immer wieder wird daher diskutiert, ob das aktuelle Modell noch zu den Arbeitsrealitäten vieler Familien passt. Befürworter einer Kürzung argumentieren mit besserer Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung, Gegner verweisen auf den Erholungsbedarf von Kindern und den hohen organisatorischen Aufwand für Schulen und Einrichtungen.

Ob die Debatte über sechs statt neun Wochen mehr politischen Druck entfaltet, ist offen. Der Vorstoß der Elternvertreter bringt das Thema jedenfalls erneut auf die Agenda – auch wenn aus dem Bildungsministerium vorerst kein Reformsignal kommt.

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